Die Frankfurter Polizei setzt einen Wasserwerfer gegen die Gegendemonstration ein.
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Die Frankfurter Polizei setzt einen Wasserwerfer gegen die Gegendemonstration ein.

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Querdenker-Demo in Frankfurt: Wasserwerfer bei Gegendemo schwer zu ertragen

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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In Frankfurt demonstrierten erneut Querdenker. Dass die Polizei Wasserwerfer bei der Corona-Gegendemo einsetzte, welche die Hygieneregeln einhielt, ist schwer zu ertragen. Ein Kommentar.

  • Bei der Demonstration in Frankfurt verstoßen die Querdenker gegen die Corona-Regeln.
  • Die Querdenker-Demo wird aufgelöst - allerdings zu spät.
  • Bei einer Gegendemo setzte die Polizei Wasserwerfer ein, obwohl diese die Corona-Regeln einhielten.

Was lernen wir aus diesem Samstag? Erst mal sehen, wer gewonnen hat. Das Querdenken-Bündnis konnte auf dem Goetheplatz eine Kundgebung abhalten, wenn auch nicht so ausführlich wie geplant. Die Gegendemo konnte den Zug der Corona-Maßnahmenkritiker ein ums andere Mal stoppen, wenn auch um den Preis harter Auseinandersetzungen mit der Polizei. Letztlich kamen die Querdenker stundenlang nicht in Fahrt.

Und die Polizei? Sie hat ihren Auftrag mit dem Wasserwerfer umgesetzt, der da lautet: das Demonstrationsrecht gewährleisten. Das ist immer dann schwer zu ertragen, wenn die Polizei schützt, was viele verletzt.

Querdenker-Demo in Frankfurt: Wasserwerfer-Einsatz bei Gegendemo nicht zu ertragen

Es ist in diesem Fall besonders deshalb schwer zu ertragen, weil es keinen Zeitpunkt an diesem umkämpften Samstag gab, an dem sich die Querdenker wenigstens überwiegend an das gehalten hätten, was Vorschrift ist: Masken tragen und Abstand wahren. Weil Querdenkern, zumindest vielen von ihnen, nichts wichtiger zu sein scheint als ihre persönliche Freiheit, koste es, was es wolle – und wen es wolle.

Um also jene zu schützen, die sich offensichtlich falsch und gesundheitsgefährdend verhalten, übt die Ordnungsmacht Gewalt aus gegen jene, die für das Vernünftige eintreten. Statt kompromisslos die Masken und den Abstand durchzusetzen oder alles sofort zu stoppen, werden die Leute weggesprüht und weggestoßen, die ihren Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer dabei war, kann nicht anders, als die Ungerechtigkeit zu beklagen.

Querdenker-Demo in Frankfurt hätte früher beendet werden müssen

Üblicherweise endet solch ein Kommentar mit dem richtigen Hinweis, das sei aber der Rechtsstaat, in dem alle demonstrieren dürfen, wofür sie wollen, solange es nicht gegen die Verfassung verstößt. Ein hohes Gut, schließlich gab es in Deutschland schon Zeiten, in denen die Vernünftigen die Minderheit waren.

Am Samstag jedoch wäre es schon viel früher plausibel gewesen zu sagen: Diese Querdenker-Versammlung verstößt gegen die Hygieneregeln – sie wird beendet. Genauso, wie es im April dem Bündnis Seebrücke widerfuhr, als es gegen die Zustände in Moria demonstrierte, und zwar mit Masken und Abstand. 

Insofern hat am Samstag niemand gewonnen. Unter Corona gibt es viel zu verlieren – erst die Nerven, dann das Augenmaß. (Thomas Stillbauer)

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