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Putins Schwäche ist Ramsan Kadyrows Chance

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Von: Martin Benninghoff

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Ein ukrainischer Soldat steht in Kupjansk neben einem zerstörten russischen Panzer.
Ein ukrainischer Soldat steht in Kupjansk neben einem zerstörten russischen Panzer. © Andrii Marienko/dpa

Dass der Tschetschenen-Führer zum Generaloberst der russischen Armee ernannt wird, zeigt, wie wackelig es um die Machtbasis des Kremlherrschers bestellt ist. Der Kommentar.

Wladimir Putins Schwäche ist Ramsan Kadyrows Chance. Dass der Tschetschenen-Führer zum Generaloberst der russischen Armee ernannt wird, zeigt, wie wackelig es um die Machtbasis des Kremlherrschers bestellt ist. Kadyrow, der ob seiner Brutalität als „Bluthund“ bezeichnet wird, hat sich zuletzt als Kritiker seines Chefs hervorgetan, ohne den Namen Putin in den Mund zu nehmen. Jetzt versucht Russlands Präsident, ihn enger an sich zu binden, ihn an die Kette zu nehmen - und zu kontrollieren. Kadyrow dankt es und versichert dem Kreml seine Solidarität.

Kadyrow mag ein Maulheld sein. Unbestritten brutal ist er aber auch. Als Diktator der russischen Teilrepublik Tschetschenien verfolgt er Andersdenkende, Homosexuelle oder alle, die ihm als westlich und liberal vorkommen - auch im Ausland. Kadyrow, die personifizierte „toxische Männlichkeit“, führt sein Land wie eine waffenstarrende Mafiasippe. Das ist zwar lange bekannt. Umso schlimmer, dass einige westliche Naivlinge ihn jahrelang hofiert haben - Ex-Fußballprofis etwa oder der Schauspieler Gérard Depardieu.

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