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Putin wirkt mit Ukraine-Krieg als lang ersehnter Windmacher

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Von: Joachim Wille

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Es ist zwar ein Armutszeugnis, dass erst der Ukraine-Krieg den Ausbau von Windparks in Nord- und Ostsee voranbringt, aber besser als nur Flüssigerdgas zu kaufen.

Frankfurt – Das ist der „Wind of Change“. Endlich. In Europas Energiepolitik wird er dringend gebraucht, um sich von Russlands Energielieferungen unabhängig zu machen. Acht Ostsee-Anrainerstaaten haben jetzt verabredet: Die Offshore-Windkraft-Leistung soll bis 2030 auf knapp 20 Gigawatt versiebenfacht werden. Das alleine brächte genug Strom für sechs Millionen Haushalte. Besonders die Kooperation von Deutschland und Windkraft-Vorreiter Dänemark ist hier hervorzuheben, der die Insel Bornholm zum Energieverteilungszentrum machen will.

Windräder in der Ostsee zwischen den Inseln Rügen und Bornholm (Dänemark).
Der Ukraine-Krieg bringt den Ausbau von Windparks in Nord- und Ostsee voran. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa

Es ist zwar ein Armutszeugnis, dass erst Wladimir Putins Krieg gegen die Ukraine den Ausbau richtig in Schwung bringt, sowohl in der Ost- wie in der Nordsee. Denn auch hier sollen die Kapazitäten kräftig ausgebaut werden, wie Deutschland, die Niederlande, Belgien und Dänemark bereits im Mai verabredet haben. Hier sind bis 2030 sogar 65 Gigawatt angepeilt. Doch egal, wenn die Energiewende dadurch auf See Flügel bekommt: okay. Besser, als nur weltweit auf LNG-Shoppingtour zu gehen.

Umso mehr kommt es darauf an, dass auch an Land mehr passiert. Gerade im Energiewende-Entwicklungsland „D“. Ohne mehr Onshore-Wind, gerade auch im Süden der Republik, geht es nicht. Das den Herren Söder, Kretschmann und Kretschmer ins Öko-Stammbuch. (Joachim Wille)

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