Die Öffentlichkeit hat ein Recht, über Prozesse informiert zu werden. Es hakt allerdings oft bei den Arbeitsbedingungen für Medienvertreter.
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Die Öffentlichkeit hat ein Recht, über Prozesse informiert zu werden. Es hakt allerdings oft bei den Arbeitsbedingungen für Medienvertreter.

Attentat von Halle

Prozesse gegen rechten Terror: „Berichterstattung wird fahrlässig behindert“

  • Jakob Maurer
    vonJakob Maurer
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Die Öffentlichkeit hat ein Recht, über Prozesse wie den zum Synagogen-Anschlag in Halle informiert zu werden. Aber wieder hakt es bei den Arbeitsbedingungen für die Medien. Der Kommentar.

Erneut startete ein bundesweit beachteter Prozess chaotisch: Gerichtsreporter mussten trotz Akkreditierung und Platzkarten vor dem Landgericht Magdeburg stundenlang in der prallen Sonne ausharren – der Prozessbeginn um den antisemitischen Anschlag in Halle verspätete sich um Stunden.

Prozesse gegen rechten Terror: Berichterstattung wird behindert

Beim Verfahren um den Lübcke-Mord in Frankfurt hatten Reporter Mitte Juni Nachtschichten geschoben, um einen der begrenzten Plätze zu ergattern – die, die einen bekamen, durften weder Laptops noch Smartphones mitnehmen. Auch der NSU-Prozess in München hatte 2013 mit seinem Losverfahren für Unmut gesorgt.

Immer mehr verfestigt sich der Eindruck, dass die Berichterstattung hier fahrlässig behindert wird. Es stellt sich die Frage: Wenn man nicht von Schikane ausgehen möchte, ist das Unvermögen?

Prozesse gegen rechten Terror: Pflicht der Presse und Recht der Öffentlichkeit

Gerichte, die öffentlichkeitswirksame Verfahren verhandeln, dürfen nicht das Recht der Öffentlichkeit und die Pflicht der Presse missachten, unabhängig und umfassend zu berichten beziehungsweise unterrichtet zu werden. Wenn Prozesse wie in München, Frankfurt oder nun in Magdeburg anstehen, sollten vorausschauend ausreichend große Räume gebucht werden, und Gerichtsvertreter sollten gemeinsam mit Vertretern der Presse Abläufe erarbeiten, mit denen es künftig besser klappt.

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