Ein Zugang nur mit Fingerabdruck könnte helfen, die Daten auf Polizeicomputern sicherer zu machen.
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Ein Zugang nur mit Fingerabdruck könnte helfen, die Daten auf Polizeicomputern sicherer zu machen.

Illegale Abfragen an Polizeicomputern

Die Sicherheitsbehörden müssen sich schleunigst um ihre eigene Datensicherheit kümmern

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Ermittler benötigen Zugriff auf persönliche Daten. Umso wichtiger ist es, diese sensiblen Daten zu schützen- auch vor unbefugtem Zugriff von Polizisten. Der Kommentar.

Die Polizei klärt Jahr für Jahr einen immer höheren Anteil an Verbrechen auf. Dafür benötigt sie den Zugriff auf persönliche Daten von vielen Menschen. Das lässt sich nicht vermeiden.

Umso wichtiger ist es, dass diese Daten sicher sind vor Missbrauch. Daran hapert es allerdings offenkundig.

Es gibt mehr als hundert Fälle im Jahr, in denen Polizistinnen oder Polizisten aus einem ganz anderen als einem dienstlichen Grund in den Datenbanken nachschauen. Dabei kommen ohnehin nur die Fälle ans Licht, die jemandem auffallen.

Es ist schlimm genug, wenn Daten von Nachbarn oder Prominenten aus purer Neugier abgefragt werden. Noch übler wird es, wenn diese Angaben für Todesdrohungen missbraucht werden, wie es bei den Nazi-Hassschreiben des „NSU 2.0“ offenbar geschehen ist. Vollends absurd wird es, wenn zwar der eingeloggte Beamte identifiziert wird, aber die Ermittler nicht herausfinden können, ob nicht ein anderer die Daten abgegriffen haben könnte.

Sicherheitsbehörden müssen sich schleunigst um ihre eigene Datensicherheit kümmern. Ministerien und Polizeien sollten sich bundesweit austauschen, um Missstände schnell abzustellen. Ein Datenzugang nur mit Fingerabdruck könnte eine vernünftige Lösung sein. 

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