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Politik vor Ort entstauben

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Von: Tatjana Coerschulte

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Kommunale Parlament sollten ihre Abläufe überdenken. Gegen ausufernde Redner etwa hilft eine konsequente Redezeitbeschränkung.
Kommunale Parlament sollten ihre Abläufe überdenken. Gegen ausufernde Redner etwa hilft eine konsequente Redezeitbeschränkung. © Imago 8Symbolbild)

Die Kommunalpolitik muss moderner werden, damit sich mehr Frauen vor Ort engagieren und dazu beitragen, dass das Gemeinwesen vorankommt. Der Kommentar.

Nur jeder vierte in der Kommunalpolitik Aktive ist eine Frau, und jene Frauen, die in ihren Wohnorten politisch mitmischen, sind mehrheitlich über 50 Jahre alt und haben erwachsene Kinder. Statistisch ist seit langem bekannt, woran es auf Ortsebene hapert, geändert hat sich wenig. Ohne die jungen Frauen fehlen Beiträge zu einer ganzen Palette von Themen der Kommunalpolitik – jenem Bereich, in dem die Lebenswelt vor der eigenen Haustür gestaltet wird und deswegen auf Anregungen angewiesen ist.

Kommunalpolitik hat das schlechte Image, dass bei endlosen Abendsitzungen unter Neonlicht alles von jedem gesagt werden muss – und dafür haben junge Frauen mit kleinen Kindern und vielen Interessen keine Zeit. Deswegen müssen Ortsvereine und politische Gremien ihre Abläufe überdenken: Kinderbetreuung während der Sitzungen bieten erste Ortsvereine an, seit Corona sind Online-Treffen in anderen Bereichen gängig und gegen ausufernde Redner hilft eine konsequente Redezeitbeschränkung. Wenn Kommunalpolitik moderner wird, profitieren übrigens auch die Männer.

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