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Pandora Papers – Coup gegen Schweinereien, Sternstunde des Journalismus

  • Bascha Mika
    VonBascha Mika
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Die Pandora Papers zeigen, was im Idealfall im Journalismus möglich ist: Schweinereien aufzudecken. Ein Kommentar.

Frankfurt am Main - Großartig! Was für ein Coup! Die Pandora-Papers haben ihren Namen mehr als verdient. Als am Sonntagabend die Büchse des Schreckens geöffnet wurde, kamen zwar nicht alle Menschheitsübel zutage, doch Grausiges genug. So tief wie noch nie kann die weltweite Öffentlichkeit in den stinkenden Sumpf von Korruption, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und asozialen Finanztransaktionen blicken. So nackt wie selten stehen Staatschefs, Spitzenpolitiker und Prominente rund um den Globus am Pranger. Da freuen sich nicht nur die Staatsanwälte.

Die Pandora-Papers zeigen, was Journalismus vermag. Zeigen, welche enorme gesellschaftliche Bedeutung er haben kann, wenn er sich auf seine grundlegende Aufgabe besinnt – die Mächtigen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu kontrollieren und ihr Tun der öffentlichen Kritik zugänglich zu machen. Die Enthüllungen zeigen aber auch, was im Idealfall möglich ist - dass viele hundert Journalist:innen international an einem Projekt gemeinsam arbeiten, denselben professionellen Geist teilen und das gleiche Ziel verfolgen. Schweinereien aufzudecken.

Der tschechische Premier Andrej Babis spielt auch eine Rolle in den Pandora Papers.

Pandora-Papers: Ohne Whistleblowing gäbe es die Enthüllungen nicht

Wir wissen nicht, wer dem internationalen Investigativkonsortium den riesigen Datenberg zugespielt hat. Was wir allerdings wissen: Ohne Whistleblowing würde es weder die Pandora-Papers, noch ihre Vorläufer, die Panama- und Paradise-Papers geben. Doch statt solche Informant:innen zu schützen, statt ihre gesellschaftliche Funktion zu betonen, weil sie Missstände und Verbrechen aufdecken, werden sie fast überall verfolgt. Wie der Gründer von Wikileaks, Julian Assange, der mit seiner Plattform an der Schnittstelle zwischen Whistleblowing und Journalismus arbeitete und dafür seit Jahren in Isolationshaft eingekerkert ist.

Pandora Papers

Was steckt hinter den Enthüllungen? Welche Personen sind betroffen? Woher stammen die Dokumente? Alles in unserer Übersicht zu den Pandora Papers.

Die Pandora-Papers sind pünktlich zum 15. Geburtstag von Wikileaks veröffentlicht worden. Das ist sicher Zufall, aber dennoch ein starkes und ermutigendes Signal. Klar, es ist immer möglich, Whistleblower:innen mit Repressalien zu überziehen und Journalist:innen einzuschüchtern. Doch niemand, der sich auf der dunklen Seite der Legalität bewegt, sollte darauf vertrauen, dass diese Drohungen auch funktionieren. (Bascha Mika)

Rubriklistenbild: © Petr David Josek/dpa

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