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Offene Flanke auf dem Westbalkan schließen

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Von: Tatjana Coerschulte

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Ein ausgebrannter Lastwagen steht am 29. Dezember als Barrikade auf einer Brücke in der Nähe des nördlichen, serbisch dominierten Teils der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica.
Ein ausgebrannter Lastwagen steht am 29. Dezember als Barrikade auf einer Brücke in der Nähe des nördlichen, serbisch dominierten Teils der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica. © Bojan Slavkovic/dpa

Die EU-Staaten müssen weiter daran arbeiten, dass sich Serbien und das Kosovo friedlich und bilateral verständigen. Der Kommentar.

Die Europäische Union hätte damit rechnen können, dass Serbiens Präsident Aleksandar Vucic die Gelegenheit nutzt und im Windschatten des Ukraine-Kriegs seine Sticheleien gegen das Kosovo fortsetzt. Diese offene Flanke auf dem Westbalkan hätte Brüssel längst schließen können. Jetzt, unter Druck, wird Vucics Zündeln mit Feuerwehrdiplomatie gelöscht - bis zur nächsten Provokation.

Hilfreicher wäre es, wenn die fünf EU-Mitgliedsstaaten, welche die Republik Kosovo nicht anerkannt haben, dies nun nachholen würden. Wie wollen Spanien, Rumänien, die Slowakei, Griechenland und Zypern erklären, dass dieser Schritt 15 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung noch aussteht? Die EU könnte dann geschlossen auftreten und signalisieren, dass die Souveränität des Kosovo nicht verhandelbar ist.

Es gibt keine Alternative dazu. Ein Krieg, der Fakten umkehren soll, ist keine Lösung, das muss der Westen in der Ukraine mit anschauen, nach dem russischen Angriff. Die Verständigung zwischen Serbien und Kosovo muss friedlich und bilateral geschehen. Dabei sollte die EU dem Kosovo zur Seite stehen, als Partner - und als Vorbild. Zwecks Überwindung scheinbar unüberwindlicher Nationalismen wurde sie schließlich gegründet, und dieses Ziel hat sie immerhin erreicht.

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