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Öffnet die Lager

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Von: Tobias Schwab

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Ukrainische Erntemaschine. Der Ausfall von „Europas Kornkammer“ könnte eine schwere Hungerkrise auslösen.
Erntemaschine im Oblast Saporischschja (Ukraine). Der Ausfall von „Europas Kornkammer“ könnte eine schwere Hungerkrise auslösen. © dpa

Nach dem drohenden Ausfall des Getreides aus der Ukraine braucht es eine konzertierte Intervention und mittelfristig einen Umbau des Ernährungssystems, um Hungertote zu verhindern. Ein Kommentar.

Putins Krieg hat viele Opfer – auch in anderen Weltregionen. Schwere Hungerkrisen drohen, wenn Russland und die Ukraine als Lieferanten von Getreide ausfallen. Gemeinsam haben sie einen Anteil von fast 30 Prozent an den globalen Weizenausfuhren. Ernteausfälle und Exportstopps wirken da verheerend. Steigende Preise verschärfen die ohnehin vielerorts angespannte Ernährungslage in der arabischen Welt, in Asien und Afrika.

Es braucht jetzt kurzfristig eine konzertierte Intervention und mittelfristig einen Umbau des Ernährungssystems. Um Hungertote zu verhindern und politischen Instabilitäten vorzubeugen, müssen alle Reserven mobilisiert werden. Gut, dass die G7-Staaten das Thema auf ihrer Agenda haben. Aber das reicht nicht, es gehört auf der Ebene des Welternährungsrates verhandelt. Die globalen Lager bei Weizen und Reis sind noch gut gefüllt. Jetzt muss es darum gehen, Bestände fair zu verteilen – dorthin, wo Menschen sich das tägliche Brot nicht mehr leisten können.

Und für die Zeit nach der akuten Krise gilt: Wir sollten Ernst damit machen, weniger Getreide an Tiere zu verfüttern. Und die Länder des globalen Südens auf dem Weg zu mehr Ernährungssouveränität konsequenter dabei unterstützen, auf einen agrarökologischen, lokalen Anbau von Lebensmitteln zu setzen.

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