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CO2-Speicherung: Nur unter Bedingungen

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Von: Joachim Wille

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Ein Vattenfall-Mitarbeiter kontrolliert am 05.05.2011 in Schwarze Pumpe (Brandenburg) einen Druckanzeiger an den Tanks zur CO2-Speicherung.
Ein Vattenfall-Mitarbeiter kontrolliert am 05.05.2011 in Schwarze Pumpe (Brandenburg) einen Druckanzeiger an den Tanks zur CO2-Speicherung. © dpa/(Archivbild)

Das Klimagas CO2 sollte hierzulande nur in der Erde endlagert werden, wenn es der Industrie nicht für einen bequemen Ersatz für echten Klimaschutz dient. Der Kommentar.

CCS schien tot, mausetot. Die Technologie, mit der das Klimagas CO2 aus Kohlekraftwerken oder Industrieanlagen abgetrennt und dann tief in der Ede endgelagert wird, hatte in Deutschland keine Chance. Die schwarz-gelbe Bundesregierung machte ihr 2012 nach heftigen Protesten in den potenziellen Endlager-Regionen per Gesetz den Garaus. Doch nun erlebt sie eine Wiederauferstehung, ausgerechnet unter einem Wirtschafts- und Klimaminister von den Grünen, Robert Habeck.

Die Lage ist heute anders als vor zehn Jahren. Damals hatten die Stromkonzerne mächtig Druck gemacht, um mit CCS die Nutzungszeit der Kohlekraftwer- ke zu verlängern. Diese Gefahr besteht dank Kohleausstieg nicht mehr. Zudem kann niemand bestreiten, dass in der Industrie auch nach kompletter Umstellung auf Ökostrom und grünem Wasserstoff Restemissionen anfallen werden, etwa bei der Herstellung von Zement und Grundchemikalien. Für sie wird CCS gebraucht.

Die Frage ist nur, wohin mit dem CO2? Am sinnvollsten erscheint es, leere Erdgas-Lagerstätten dafür zu nutzen. Norwegen plant das bereits, auch für CO2 aus Deutschland. Doch es muss sichergestellt sein, dass es wirklich nur um Restemissionen geht, nicht darum, der Industrie einen bequemen Ersatz für echten Klimaschutz zu bieten.

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