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Nowitschok-Anschlag: Alexej Nawalny ist leider kein Mandela

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Von: Ulrich Krökel

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Alexej Nawalny.
Alexej Nawalny. © dpa

Trotz des Nowitschok-Anschlags ist Alexej Nawalny nach Russland zurückgekehrt. Er steht auf der richtigen Seite, hat sich aber selbst überschätzt. Ein Kommentar.

Moskau - Alexej Nawalny ist das Opfer eines Unrechtsregimes. Seine ganze angebliche Schuld besteht darin, dass er sich in Russland politisch engagiert hat. Und zwar gegen Präsident Wladimir Putin. Dafür hätte Nawalny vor einem Jahr fast mit dem Leben bezahlt. Es gibt keinen ernst zu nehmenden Zweifel daran, dass Agenten des russischen Geheimdienstes versucht haben, ihn mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok zu töten.

Alexej Nawalny ist kein Symbol eines echten Widerstands

Inzwischen sitzt Nawalny in einem Straflager ein. Weil er es nach dem Anschlag wagte, in Russland seinen Kampf wieder aufzunehmen. So weit, so offensichtlich. Weniger klar ist, warum Nawalny sehenden Auges den Gang ins Gefängnis antrat.

Sicherlich fürchtete er Schmähungen. Er wollte dem Vorwurf entgehen, er lasse es sich im westlichen Exil gutgehen. Andererseits musste er wissen, dass er in Russland viel zu wenige überzeugte Anhänger:innen hat, um dauerhaft Symbol eines echten Widerstands sein zu können.

Alex Nawalny hat nicht das Format einen Mandela oder Sacharow

Dazu reicht es bei Nawalny leider nicht. Er hat schlicht nicht das Format eines Nelson Mandela oder eines Andrej Sacharow. Das ist vielleicht das Tragischste an dieser Tragödie: Nawalny steht auf der richtigen Seite, hat sich aber selbst überschätzt. (Ulrich Krökel)

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