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Nordkoreas Offensive

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Von: Martin Benninghoff

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Kim Jong-un, Machthaber von Nordkorea, lässt sich zum Raketentest von seiner Tochter begleiten.
Kim Jong-un, Machthaber von Nordkorea, lässt sich zum Raketentest von seiner Tochter begleiten. © dpa

Pjöngjang modernisiert sein militärisches Bedrohungspotenzial, weil es glaubt, durch atomare Erpressung die Sanktionen gegen das Land loszuwerden. Der Kommentar.

Nordkorea ist de facto eine Atommacht. Das Regime von Diktator Kim Jong-un nutzt diese Drohkulisse zunehmend offensiv. Nachdem alle Dialogversuche gescheitert sind, weil es kein geteiltes strategisches Ziel gab, modernisiert Pjöngjang sein militärisches Bedrohungspotenzial. Das ist nicht neu, sondern spätestens seit Januar 2021 ersichtlich, als Kim auf dem vorherigen Parteitag seine Leitlinien vorgestellt hat. Die Raketen- und Drohnenflüge, Vorbereitungen auf einen weiteren Atomtest und Ankündigungen zu „neuen Schlüsselzielen“ sind Teil der Kampagne.

Es ist zu befürchten, dass Nordkorea damit immer weiter von seiner eher defensiven Strategie abrückt - und unverhohlener mit Präventivschlägen gegen Seoul (oder sogar die USA) droht. Denn nur so sieht Pjöngjang echte Spielräume, um die Sanktionen gegen sein Land durch atomare Erpressung loszuwerden. Wer im Westen also der Meinung ist, Kim wolle nur Aufmerksamkeit, aber sei keine konkrete Bedrohung, irrt. Angesichts der Konfliktherde ist die Versuchung natürlich groß, Nordkorea zu unterschätzen.

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