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Nord-Stream-Pipelines: Fatale Abhängigkeit

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Von: Viktor Funk

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Abhängigkeiten können Frieden schaffen, aber auch missbraucht werden. Das verdeutlichen die Explosionen an den Pipelines in der Ostsee.

Nach den zwei Explosionen an den Gasleitungen Nord Stream I und II in der Ostsee brachen sofort Spekulationen darüber aus, wer denn Interesse an der Beschädigung der Pipelines hätte. Vieles spricht dafür, dass Russland einfach Tabula rasa macht und überall dort eskaliert, wo es eskalieren kann – was hat es denn noch zu verlieren. Das zu beweisen, steht aber noch aus.

Ein Terminals der Nord Stream 1-Gaspipeline. (Archiv)
Ein Terminals der Nord Stream 1-Gaspipeline. (Archiv) © John MacDougall/afp

Nord Stream I und II: Höchst anfällig für Sabotagen

Vielleicht ist es derzeit eher wichtiger, sich wieder in Erinnerung zu rufen, dass die Infrastruktur der EU, das globalisierte Wirtschaftssystem Westeuropas höchst anfällig ist für Sabotagen. Warum sollte Russland eigentlich nicht sensible Stromtrassen, Gas- und Ölleitungen im Westen beschädigen? Warum nicht Hackerangriffe gegen Kraftwerke und große Unternehmen ausführen?

Abhängigkeiten können einerseits Frieden schaffen. Doch wenn eine Partei nicht bereit ist, Konflikte am Tisch zu lösen, kann sie Abhängigkeiten auch für Sabotage ausnutzen. Dass Deutschland, dass die EU sich von Falschen abhängig gemacht haben, ist spätestens seit dem 24. Februar klar. Unklar ist dagegen, ob der Westen daraus lernt. (Viktor Funk)

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