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Noch immer benachteiligt

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Von: Markus Decker

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Ostbeauftragter Carsten Schneider im Bundestag.
Ostbeauftragter Carsten Schneider im Bundestag. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die deutsche Vereinigung ist lange her, aber noch immer sind Ostdeutsche in den Eliten unterrepräsentiert. So kann es nicht bleiben - ein Kommentar.

Die Sache ist ziemlich verrückt: Fast 33 (!) Jahre nach der Vereinigung legt der Ostbeauftragte der Bundesregierung ein Konzept vor, wie sich der Anteil von Ostdeutschen in Führungspositionen der Bundesverwaltung steigern ließe. Nur ist das Verrückte in diesem Fall zugleich notwendig. Es besteht Handlungsbedarf, und das schon lange.

Dass Ostdeutsche in den Eliten unterrepräsentiert sind, ist seit Jahren bekannt – unterrepräsentiert sogar in Ostdeutschland selbst. Dies hat mit der Transformation der 1990er Jahre zu tun, die eine Transformation nach westdeutschen Regeln war und an zentralen Stellen von Westdeutschen vollzogen wurde. Der Fairness halber muss man sagen, dass die Ostdeutschen dafür mitverantwortlich sind. Viele wollten, dass es schnell geht.

Das Problem besteht darin, dass die Dominanz der Westdeutschen anhält und nicht wenige von ihnen sie als selbstverständlich betrachten. Eine Ostquote würde dagegen nicht helfen. Sie würde den latenten Ost-West-Konflikt verschärfen, statt ihn abzuschwächen.

Die Vorschläge des Ostbeauftragten Carsten Schneider laufen darauf hinaus, die Westdeutschen sensibler zu machen und die Ostdeutschen kämpferischer. Viel mehr ist nach 33 Jahren nicht drin.

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