Belarus

Nobelpreis würde helfen

  • Ulrich Krökel
    vonUlrich Krökel
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Die Auszeichnung würde die Autorität der Oppositionellen Tichanowskaja stärken und Diktator Lukaschenkos Absicht schwächen, mit einer neuen Verfassung Legitimität zu gewinnen. Ein Kommentar.

Swetlana Tichanowskaja kommt nach Berlin. In Person von Kanzlerin Angela Merkel bittet zugleich die EU-Ratspräsidentin zum Gespräch. Mehr geht kaum in Europa. Das Treffen zeugt zugleich von der Machtlosigkeit der Oppositionsführerin.

Diktator Alexander Lukaschenko hat sie nicht nur um einen Wahltriumph betrogen. Er hat sie auch aus dem Land treiben lassen. Ihre wichtigsten Mitstreiterinnen und Helfer sitzen in Haft. Nicht zuletzt lässt Lukaschenko all jene in Belarus mit Gewalt überziehen, die einen Neustart im Land fordern.

Den wird es mit Lukaschenko nicht geben. Und solange der russische Präsident Wladimir Putin den Daumen nicht senkt, gibt es keine Hoffnung auf Besserung in Belarus. Daran werden auch EU-Sanktionen nichts ändern. Eher schon der Friedensnobelpreis. Am Freitag wird bekannt, wer ihn erhält. Ein Zugewinn an Macht ist damit nicht verbunden, wohl aber an Autorität. Lukaschenko will mit einer neuen Verfassung einen Hauch von Legitimität zurückzugewinnen. Der Nobelpreis für Tichanowskaja würde diesem Plan den Boden entziehen.

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