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Nicht die ganze Wahrheit

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Von: Birgit Holzer

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Wenn der französische Präsident Macron die Atomkraft als günstige, sichere und saubere Energieqwelle anpreist, dann verschweigt er die Kosten für Erneuerung und Entsorgung. Ein Kommentar.

Emmanuel Macron hat sich zum glühenden Fürsprecher der Atomenergie entwickelt. Zwar kündigte er 2018 an, deren Anteil bis 2035 von mehr als 70 auf 50 Prozent zu verringern. Es darf aber bezweifelt werden, dass dieses Ziel eingehalten werden kann – bislang ging mit Fessenheim nur ein einziges Kernkraftwerk vom Netz.

Die Atomlobby im Land ist stark und verhindert einen konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Außerdem machen rechtskonservative und rechtsbürgerliche Politiker Stimmung gegen Windräder, die den Blick auf die Landschaft demnach mehr stören als riesige Atommeiler und Elektrokabel.

Aber auch die Staatsspitze unter Macron verkauft Nuklearenergie als günstige, sichere und saubere Energiequelle, die die Unabhängigkeit des Landes gewährleiste. Der aktuelle Präsident reiht sich damit in die Tradition fast aller seiner Vorgänger ein, die den Franzosen nicht die ganze Wahrheit sagen, weder über die vermeintliche Sicherheit von Kernkraft noch über den Preis.

Einberechnet werden weder die Kosten für die – ungeklärte – Entsorgung und Aufrüstung nach neuen Standards noch das milliardenteure Desaster um den Europäischen Druckwasserreaktor in der Normandie, auf dessen Fertigstellung man nach Jahren der Verzögerung noch immer wartet.

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