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Nicht allein lassen

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Von: Andreas Schwarzkopf

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Weniger Monate nach der Machtergreifung der Taliban: Afghaninnen warten mit ihren Kindern vor einer Klinik für Ernährungsfragen. Wirtschaftskrise und Dürre haben dazu geführt, dass vier von zehn Menschen in Afghanistan sich täglich von nur noch einer Mahlzeit ernähren.
Weniger Monate nach der Machtergreifung der Taliban: Afghaninnen warten mit ihren Kindern vor einer Klinik für Ernährungsfragen. Wirtschaftskrise und Dürre haben dazu geführt, dass vier von zehn Menschen in Afghanistan sich täglich von nur noch einer Mahlzeit ernähren. © Julian Frank/dpa (Archivbild)

Die internationale Gemeinschaft muss mehr Lebensmittel nach Afghanistan bringen, damit aus der Nahrungskrise keine Hungerkatastrophe wird. Der Kommentar.

So wichtig und richtig es ist, dass die Bundesregierung möglichst schnell alle ehemaligen Hilfskräfte aus Afghanistan nach Deutschland holt, so dringend ist es, der Hungerkrise in dem Land am Hindukusch endlich angemessen zu begegnen. Man mag es schrill finden, wenn eine Hilfsorganisation sagt, Hunger könnte mehr Menschen töten als 20 Jahre Krieg. Doch Wirtschaftskrise und Dürre haben dazu geführt, dass vier von zehn Afghaninnen und Afghanen sich täglich von nur noch einer Mahlzeit ernähren.

Die Taliban werden die drohende Katastrophe nicht alleine abwenden. Ihnen ist es nach ihrem Sieg vor einem Jahr wichtiger, ein Schreckensregime zu installieren wie bereits in ihrer ersten Herrschaft von 1996 bis 2002. Davon künden die vielen Toten und Vermissten oder die eingeschränkten Rechte der Frauen.

Deshalb ist es zwar richtig, dass die internationale Gemeinschaft das Regime weiter nicht anerkennt und die USA zudem das Vermögen von einigen Milliarden Dollar des einst demokratischen Afghanistan weiter sperren. Doch muss die internationale Gemeinschaft dann andere Wege finden, Nahrung ins Land zu bringen. Auf diesem Weg wird zwar das Regime indirekt unterstützt. Doch dieser Preis ist zu zahlen. Sonst wird aus der Krise eine Hungerkatastrophe.

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