1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare

Neun-Euro-Ticket: Noch nicht nachhaltig

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jutta Rippegather

Kommentare

Kommt bald der Run auf die Tickets?
Kommt bald der Run auf die Tickets? © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Nötig ist eine auskömmliche Finanzierung der Verkehrsverbünde. Geschieht dies nicht, werden die Fahrpreise weiter steigen. Und die Neulinge sind wieder fort, sobald sie erstmals ein reguläres Ticket kaufen müssen.

Das Neun-Euro-Ticket ist ein starker Anreiz, das Reisen mit Bus und Bahn kennenzulernen. Doch zu Recht bestehen Bedenken, ob die Erwartungen erfüllt werden können. Der Nahverkehr ist unterfinanziert. Die Infrastruktur wurde jahrzehntelang sträflich vernachlässigt. Die Folge sind vergammelte Bahnhöfe, eine unzureichende Schieneninfrastruktur in den Ballungsräumen. Es gibt zu wenig Fahrpersonal und keine nennenswerten Reserven in den Flotten.

Das Kennenlernangebot der Ampel-Koalition könnte sich als Danaergeschenk erweisen. Es fällt in die Urlaubsaison, in der die Personaldecke besonders kurz ist. Und es fällt in die harte Zeit der Großbaustellen mit Streckensperrungen, Ersatzbusverkehr, unberechenbaren Fahrplänen. Die Stammkundschaft kann das ab. Sie ist Kummer gewöhnt. Doch Neulinge könnten von derlei Abenteuern abgeschreckt werden.

Bund muss genug zahlen

Die Ansprüche an die Qualität dürfen nicht zu hoch sein. Vor allem aber ist es wichtig, dass das Neun-Euro-Ticket keine Eintagsfliege bleibt. Er muss nachhaltig wirken. Nötig dafür ist eine auskömmliche Finanzierung der Verkehrsverbünde durch den Bund. Geschieht dies nicht, werden die Fahrpreise weiter steigen. Und die Neulinge sind wieder fort, sobald sie erstmals ein reguläres Ticket kaufen müssen.

Auch interessant

Kommentare