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Neues altes Leid in Peru

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Von: Klaus Ehringfeld

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Lima am 11. Dezember 2022: Menschen fliehen vor Tränengas, das von der Polizei inmitten von Protesten eingesetzt wird.
Lima am 11. Dezember 2022: Menschen fliehen vor Tränengas, das von der Polizei inmitten von Protesten eingesetzt wird. © Lucas Aguayo Araos/dpa

Nirgends in Lateinamerika ist die Diskrepanz zwischen Regierenden und Regierten größer als in Peru, nirgends sitzt das Misstrauen in die politische Klasse tiefer. Der Kommentar.

Dina Boluarte regiert Peru erst seit ein paar Tagen, aber sie hat schon wieder mit den gleichen Problemen zu tun wie ihre vielen Vorgänger: Demonstrationen, Gewalt, Rücktrittsforderungen. Wieder sterben Menschen. Jetzt brennen auch noch Flughäfen. Es ist in Peru anscheinend völlig egal, ob der Präsident von rechts oder die Präsidentin von links kommt, ob sie Erfahrungen haben, Populisten oder Visionäre sind. In dem Andenstaat ist kein Stuhl so heiß wie der des Staatsoberhauptes. Nirgends in Lateinamerika ist die Diskrepanz zwischen Regierenden und Regierten größer als in Peru, nirgends sitzt das Misstrauen in die politische Klasse tiefer. Man könnte denken, dass das Land wirklich unregierbar ist.

Boluarte – auch sie eine Politikerin ohne Erfahrung in so komplexen Ämtern – wollte eigentlich bis 2026 regieren, wenn das Mandat des gestürzten Pedro Castillo geendet wäre, dem sie als Vizepräsidentin diente. Aber bis dahin wird sie nicht durchhalten. Nun hat sie Neuwahlen für 2024 angeboten. Aber die Demonstranten und Demonstrantinnen zeigen ihr weiter den Mittelfinger. „Que se vayan todos“ – alle sollen abhauen. Destruktion statt Konstruktion. Peru ist die Dystopie eines Staates.

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