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Nawalny kehrt nach Russland zurück: Putins lautester Kritiker setzt auf Sieg

  • Viktor Funk
    vonViktor Funk
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Alexej Nawalny ist dem Tod entronnen und macht mehr denn je den Eindruck, dass er sich vor nichts mehr fürchtet. Jetzt kündigt er seine Rückkehr nach Moskau an und provoziert damit auch Wladimir Putin.

  • Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny fliegt zurück nach Moskau.
  • Nach einem Giftanschlag hielt er sich in den vergangenen Monaten in Deutschland auf.
  • In Russland misstrauen immer mehr junge Menschen dem Regime von Wladimir Putin.

Moskau - Es ist unwahrscheinlich – aber nicht unmöglich –, dass der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Fall bringt. Unwahrscheinlich – weil die Machtverhältnisse klar sind. Aber nicht unmöglich – weil das Putin-Regime im Gegensatz zu seinem lautesten Gegner nichts dazulernt und sich selbst schadet.

Regime kann unbequeme Kräfte nicht bändigen

Im Grunde spielt es keine Rolle, ob der Anschlag auf Nawalny im Kreml befohlen wurde. Der Mordversuch zeigt, zu welchen Methoden Kräfte innerhalb des Regimes greifen, um Unbequeme verstummen zu lassen. Und er zeigt, dass das Regime diese Kräfte nicht bändigen kann.

Alexej Nawalny will am Sonntag (17.01.2021) nach Russland zurückkehren.

Fast wortgleich wie nach dem Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja im Herbst 2006 diffamierte Putin auch Nawalny nach dem Giftanschlag als eine unbedeutende Person. Das ist typisch für ihn. Wenn er nicht hilflos wird und weiterweiß, wird er beleidigend. Wie ein St. Petersburger Hinterhof-Jüngling.

Immer mehr junge Russen:innen misstrauen dem Regime von Wladimir Putin

Noch weiß der Geheimdienstler die Mehrheit der Menschen im Land hinter sich. Dafür sorgen auch nicht zuletzt die auf Linie gebrachten Fernsehsender – nach wie vor die Hauptinformationsquelle der älteren Bevölkerung. Zugleich misstrauen aber die 18 bis 24 Jährigen (51 Prozent) mehr und mehr dem Regime und beziehen ihre Informationen übers Internet, aus sozialen Medien oder direkt von Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen.

Dieser Generation reicht die Stabilität, die das Regime immer wieder predigt, nicht mehr. Denn stabil ist in Russland vor allem die Machtverteilung, von der der neue Geldadel aus Militärs, Geheimdienstlern, treuen Oligarchen sowie alter und neuer Nomenklatura profitiert. Wer deren undemokratische Spielregeln akzeptiert, darf mitspielen und auf Vorteile hoffen. Wer sie infrage stellt, riskiert im Extremfall das eigene Leben.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Unzufriedenen wieder auf die Straße gehen. Und es werden ihrer mehr. Nawalny weiß das. Putin weiß das. Aber während der eine seine Lebensenergie daraus schöpft, bedeutet das für den anderen Stress und Probleme.

Russland: Alexej Nawalny hat nichts zu verlieren

Nach seinem Beinahe-Tod macht Nawalny mehr denn je den Eindruck, dass er nichts zu verlieren hat – das Regime aber umso mehr. Es ist deshalb kein Zufall, dass Nawalny am Sonntag (17.01.2021) mit der russischen Fluglinie „Pobeda“ nach Russland zurückkehren will. Es ist eine Ansage: Pobeda heißt Sieg. (Viktor Funk)

Rubriklistenbild: © Pavel Golovkin/dpa

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