1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare

Murks mit System

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Michael Bayer

Kommentare

Wie viel kostet er denn nun, der Bürgertest?
Wie viel kostet er denn nun, der Bürgertest? © Sven Hoppe/dpa

Unsinnige Vorgaben hat es in der Pandemie schon viele gegeben. Doch die Regeln, was nun Corona-Bürgertests kosten sollen, übertreffen alles.

Wer zahlt denn nun was? Drei Euro, die kompletten Testkosten oder gar nichts? Wenn drei Kumpels abends zu Hause zusammen Netflix schauen wollen, ist das eine „Veranstaltung im Innenraum“ – und falls ja: Wie weisen sie das anstehende Treffen nach? Und das bitte unterschieden je nach dem, ob ihre Corona-Warnapp Grün zeigt oder Rot.

Wäre sie rot, fielen auf jeden Fall nicht die kompletten Testkosten an, sondern nur der Beitrag von drei Euro. Es sei denn, die Serienfans kümmerten sich um pflegebedürftige Angehörige – und können das, auf bisher unklare Weise, dem Testcenter glaubhaft machen. Dann wäre alles frei.

Überhastete, unsinnige Vorgaben hat es in der Pandemie schon viele gegeben. Doch die Regeln, die nun klären wollen, was es die Menschen kostet, in ein Corona-Testzentrum zu gehen, überragen allen bisherigen Murks. Selbst mit gutem Willen lassen sie sich nicht in die Praxis umsetzen.

Die zwangsläufig entstehende Verunsicherung spielt all jenen in die Hände, die gar nicht wollen, dass viele Corona-Fälle amtlich werden. Das schiebt einen immer größeren Teil der Infektionen ins statistische Dunkelfeld.

Schon jetzt gibt es mangels Datengrundlage faktisch kaum noch belastbare Kennzahlen und Quoten. Keine gute Aussichten für den kommenden Herbst.

Auch interessant

Kommentare