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Mord an Jüdin in Frankreich: Hintergründe aufarbeiten

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Von: Stefan Brändle

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Die jüdische Französin Sarah Halimi wurde am 4. April 2017 in ihrer Wohnung in Paris ermordet.
Die jüdische Französin Sarah Halimi wurde am 4. April 2017 in ihrer Wohnung in Paris ermordet. © APU GOMES/AFP

Dass die französischen Jüdinnen und Juden einen Prozess fordern, ist nur zu verständlich: Sie wollen, dass das gesellschaftliche Umfeld der Tat beleuchtet wird. Der Kommentar.

Wenn in Frankreich die Menschen auf die Straße gehen, um gegen die Entscheidung der Pariser Justiz einen Prozess wegen der Ermordung der jüdischen Rentnerin Sarah Halimi zu verlangen, geht es ihnen nicht um Strafe und Sühne. Der Täter ist ein Psychopath, der nach eigenen Angaben dem Teufel entgehen wollte, bevor er selber dazu wurde. Das antisemitische Motiv steht an sich außer Frage; doch die gestörte Persönlichkeit des Täters zeigt, dass die juristische Aufarbeitung dieses jahrhundertealten und, jawohl, dämonischen Motivs fallweise eher in die Psychiatrie gehört als vor Gericht.

Mord an Jüdin in Frankreich: Aufarbeitung gebührt der Öffentlichkeit

Dass die französischen Jüdinnen und Juden einen Prozess fordern, ist nur zu verständlich: Sie wollen, dass das gesellschaftliche Umfeld der Tat aufgearbeitet wird. Sie wollen aufzeigen, dass ein solches Verbrechen, so unerklärbar es sein mag, durchaus erklärbare Hintergründe hat. Konkret, dass es nicht passiert wäre ohne den offen antisemitischen Diskurs, wie er zum Beispiel von der islamistischen Ideologie getrieben wird.

Diese Aufarbeitung hat aber nicht mit Paragrafen und psychiatrischen Expertisen zu erfolgen. Sie gebührt der Öffentlichkeit, den Medien, der Politik. Denn dort können wir alle uns hinstellen und sagen: Antisemitismus, nein danke.

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