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Der Medizinnobelpreis geht an drei Forscher, deren Arbeit Millionen Menschen das Leben gerettet hat. Denn sie wurde zur Grundlage für Medikamente, mit denen sich Hepatitis-C heute erstmals heilen lässt.

Kommentar

Mit Geduld zum Erfolg

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Der Nobelpreis für drei Mediziner ist berechtigt, weil deren Arbeit vielen gegen Hepatitis geholfen hat, und weil deren Forschung in der Corona-Krise aufschlussreich ist

Eine weltweite Meldung aus der Wissenschaft, die ausnahmsweise einmal nicht Corona betrifft: Der diesjährige Nobelpreis für Medizin geht an zwei Virologen und einen Biochemiker, die der Existenz des Hepatitis-C-Virus auf die Spur gekommen sind. Die drei Forscher haben die hohe Auszeichnung wahrlich verdient: Ihre Arbeit hat Millionen Menschen das Leben gerettet, denn sie wurde zur Grundlage für Medikamente, mit denen sich die Krankheit heute erstmals heilen lässt.

Der Blick auf die Entdeckungsgeschichte des gefährlichen Erregers ist gerade in der Corona-Krise aufschlussreich und geeignet, Aufgeregtheiten zu relativieren. Er zeigt, wie langwierig Forschung normalerweise ist: Vom Nachweis des ersten Erregers einer infektiösen Leberentzündung bis zur Identifizierung des Hepatitis-C-Virus als einem weiteren Verursacher vergingen vier Jahrzehnte. Er erinnert auch daran, dass ein Impfstoff keinesfalls eine selbstverständliche Konsequenz umfangreicher Kenntnis über einen Erreger ist. Bis heute gibt es keine Impfung gegen Hepatitis C.

Und doch ist die Forschung zu dieser Krankheit eine große Erfolgsgeschichte: Denn sie belegt, wie es – selten genug – auch bei einer Virusinfektion gelingen kann, eine Therapie zu entwickeln, die zu einer echten Heilung führt.

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