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Jörg Meuthen von der AfD
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Jörg Meuthen zieht sich aus der AfD-Führung zurück. (Archivfoto)

Kommentar zum AfD-Machtkampf

Meuthens Rückzug: Ein Rechtsextremer im Professoren-Look macht Platz

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Rückt die AfD nun nach rechts? Nein, denn ihr bürgerlicher Rechtsextremismus war nicht „gemäßigt“, nur weil Meuthen rassistische Inhalte weniger unansehnlich verpackt hat – ein Kommentar.

Stellen wir uns kurz vor, wir hätten in Sachen AfD noch nie etwas von Parteiflügeln gehört. Würden wir dann einen Mann für gemäßigt oder eher gemäßigt halten, der sich immer gegen einen Parteiausschluss des Faschisten Björn Höcke gewehrt hat?

Die Rede ist von Jörg Meuthen. Also von dem Mann, der 2017 auf die Forderung seines Parteifreundes Alexander Gauland, die damalige Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz „nach Anatolien zu entsorgen“, mit folgenden Worten reagierte: „Überhaupt, Ihre Bescheidenheit, nur diese eine Person entsorgen zu wollen, erscheint mir hier ausnahmsweise unangebracht.“

Jörg Meuthen in der AfD: „Nur“ ein Rechtsextremer im Professoren-Look

Dieser Mann will im Dezember nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren, und prompt ist wieder allerorten vom Vertreter des „gemäßigteren“ oder „eher gemäßigten“ Flügels die Rede. Richtig ist: Meuthen redet nicht wie der Faschist Björn Höcke, und vielleicht ist er auch keiner. Er ist „nur“ ein Rechtsextremer im Professoren-Look. Einer, der den nationalistischen, fremdenfeindlichen, reaktionären Text gern mit weniger schrillen Melodien vortrug, um Teile der bürgerlich-konservativen Wählerschaft anzulocken.

Das alles hat Meuthen allerdings nie daran gehindert, das Bündnis mit dem ausgemachten Faschisten Höcke zu pflegen, um auch im offen braunen Milieu zu fischen. Es stimmt zwar, dass in der AfD ein Kampf um die Frage tobt, welche Tonlage mehr Erfolg verspricht. Und es mag sein, dass Professor Meuthen geht, weil er davon genug hat. Aber es stimmt deshalb noch lange nicht, dass es in dieser Partei eine irgendwie gemäßigte Strömung gäbe. Bürgerlicher Rechtsextremismus wird nicht dadurch „gemäßigt“, dass er den im Kern rassistischen Inhalt ein bisschen weniger unansehnlich verpackt.

Verfehlte Hoffnung, dass die AfD bald am Ende sei

Wer die Demokratie gegen Rassismus und Ausgrenzung aller Art verteidigen will, sollte sich nicht allzu lange mit den beliebten Betrachtungen über Flügel und Strömungen aufhalten. Und vollkommen verfehlt wäre die Hoffnung, dass die AfD bald am Ende sei, wenn ihr extremer Charakter noch deutlicher zutage tritt. Den Leuten, die auf diesen Verein hereinfallen, ist das Flügelschlagen so egal, wie es auch Demokratinnen und Demokraten sein sollte. Wer AfD wählt, weiß, was er oder sie bekommt – ob mit bürgerlicher Fassade oder ohne. (Stephan Hebel)

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