Premierminister Boris Johnson (r.) entlässt überraschend seinen Einflüsterer Dominic Cummings.
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Premierminister Boris Johnson (r.) entlässt überraschend seinen Einflüsterer Dominic Cummings.

Kommentar

Mephisto muss gehen

  • Peter Rutkowski
    vonPeter Rutkowski
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Der Abgang des Johnson-Beraters Cumming lässt sich als Reaktion auf die US-Wahl lesen und einen Politikwechsel des britischen Premiers erwarten. Ein Kommentar.

Alle Welt sieht Boris Johnson als intellektuell und politisch missglückten Popanz und Brexit-Kriegsgewinnler. Er tut auch nichts ernsthaft gegen eine solche Bewertung. Und dann mit einem Mal feuert er seinen Mephisto, seinen Einflüsterer und selbst ernannten Diktator über Whitehalls Bürokratie, Dominic Cummings. Der muss als krönende Demütigung sogar 10 Downing Street durch die medienwirksame Vordertür verlassen. Nicht nur Großbritannien soll dazu applaudieren – bitte auch ganz Europa!

Und die USA. Denn die zeitliche Nähe zwischen dem Wahlsieg von Joe Biden, Nachfahre irischer Migranten, Brexit-Kritik aus Washington, Brüssel und Dublin und Cummings’ Rausschmiss ist natürlich kein Zufall. Johnson braucht ein starkes Signal in Richtung Übersee und Kontinent, dass er die Zeichen der Zeit erkennt und vielleicht auch den ganzen Brexit-Unsinn in zwölfter Stunde doch noch abbläst. Man darf angesichts der lustvollen Bösartigkeit vieler Europafeinde das alles nun auch einfach mal gut finden – nur Johnson nicht. Der bleibt ein Kriegsgewinnler. Und kein geschickter.

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