1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare

Mehr Mut

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Schwarzkopf

Kommentare

Leider hat der Westbalkangipfel nicht für einen Durchbruch gesorgt, doch immerhin für neuen Schwung bei der Integration der Region in die Europäische Union.
Leider hat der Westbalkangipfel nicht für einen Durchbruch gesorgt, doch immerhin für neuen Schwung bei der Integration der Region in die Europäische Union. © Imago

Die EU-Integration der Staaten des Westbalkan kommt nur voran, wenn Deutschland und die anderen EU-Staaten jenseits des Gipfels den Aufnahmeprozess mit mehr Elan betreiben. Der Kommentar.

Leider hat der Westbalkangipfel nicht für einen Durchbruch gesorgt, doch immerhin für neuen Schwung bei der Integration der Region in die Europäische Union. Das ist nötig, um den Einfluss von Russland und China, aber auch der Türkei und arabischer Staaten in den sechs Ländern zurückzudrängen.

Doch so hilfreich die Initiative vor allem von Kanzler Olaf Scholz ist, so sehr fehlt der Mut für ungewöhnliche Schritte. Bei der Aufnahme von Bulgarien und Rumänien hat Brüssel nicht ganz so genau hingeschaut und gehofft, die Defizite besser bearbeiten zu können, wenn das Duo Teil des Staatenbundes ist.

So einfach ist es im Südosten des Kontinents natürlich nicht. Besonders Serbien ist in vielem zu weit weg von EU-Standards - nicht nur wegen des Konflikts mit dem Kosovo. Zudem ist die EU sehr mit den anderen Krisen wie dem Krieg in der Ukraine, dem Energieschock oder dem Handelskonflikt mit den USA beschäftigt. Nicht zu vergessen die Erweiterungsmüdigkeit vieler EU-Mitglieder.

Doch wer wirklich Fortschritte in den sechs Balkanstaaten erzielen will, muss auch Risiken eingehen. Sonst wird man die unterschiedlichen Aufnahmeprozesse der Kandidaten nicht beschleunigen. Dann kann man es auch bei dem gültigen Zeitplan bis 2030 belassen.

Auch interessant

Kommentare