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Mehr als nur alte Knochen

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Von: Pamela Dörhöfer

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Svante Pääbo.
Wissenschaftler Svante Pääbo. © Waltraud Grubitzsch/dpa

Svante Pääbo bekommt zu Recht den Nobelpreis für Medizin, weil der Forscher unser Verständnis der menschlichen Evolution revolutioniert hat. Ein Kommentar.

Der Medizin-Nobelpreis für einen Mann, der sich mit dem Erbgut längst ausgestorbener Neandertaler beschäftigt? Das mag zunächst „speziell“ klingen. Doch die hohe wissenschaftliche Auszeichnung ist eine verdiente Würdigung der Arbeit des schwedischen Forschers Svante Pääbo, die unser Verständnis der menschlichen Evolution grundlegend verändert, ja geradezu revolutioniert hat – und ein großartiger Erfolg für das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, dessen Direktor der Nobelpreisträger seit der Gründung im Jahr 1997 ist.

Ein wichtiger Erfolg auch für ein vermeintliches Nischenfach, die Paläoanthropologie, Grundlage der von Svante Pääbo etablierten Paläogenetik. Der Nobelpreis wirft ein Licht darauf, dass die Untersuchung fossiler Knochen weit mehr zutage fördern kann als nur Erkenntnisse aus ferner Vergangenheit, die lediglich interessant für einen kleinen Kreis von gern als skurril vermuteten Fachleuten sind.

Die von Pääbo nachgewiesenen genetischen Spuren der Neandertaler im Erbgut heutiger Menschen und ihre möglichen Auswirkungen auf die Anfälligkeit oder Resistenz gegenüber Krankheiten lassen ahnen, wie relevant diese Forschung auch für die Gegenwart sein kann. Vermutlich ist das erst der Anfang.

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