Belarus, Minsk: Eine Frau diskutiert mit einem Polizisten während einer Demonstration. Zum Start in das neue Studienjahr sind die Sicherheitskräfte in Belarus gegen Studenten vorgegangen, die gegen den umstrittenen Präsidenten Lukaschenko demonstriert haben.
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Belarus, Minsk: Eine Frau diskutiert mit einem Polizisten während einer Demonstration. Zum Start in das neue Studienjahr sind die Sicherheitskräfte in Belarus gegen Studenten vorgegangen, die gegen den umstrittenen Präsidenten Lukaschenko demonstriert haben.

Belarus

Marsch der Unbeugsamen

  • Stefan Scholl
    vonStefan Scholl
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Die Demonstrationen in Belarus richten sich gegen die postsowjetische Internationale der Autokraten, die für sich Unabwählbarkeit beanspruchen. Also auch gegen Putin. Der Kommentar.

Minsk und andere Städte in Belarus waren am Sonntag wieder in Rot-Weiß-Rot getaucht. Trotz eines massenhaften Aufgebots der Sicherheitskräfte, trotz der Polizeikessel um tausendköpfige Menschenmengen, trotz Absperrungen, hinter denen Soldaten mit Sturmgewehren standen. Und trotz der Festnahmen der vergangenen Tage, von denen mehr als 50 Journalistinnen und Journalisten betroffen waren, viele ausländische Reporter wurden des Landes verwiesen.

Staatschef Alexander Lukaschenko scheint die verbale Rückendeckung seines russischen Amtskollegen Wladimir Putin für eine neue Offensive der Repressalien und der Härte nutzen zu wollen. Putin hatte ihm russische Polizeireserven in Aussicht gestellt und damit klar signalisiert, dass er in Belarus keine „Blumenrevolution“ nach georgischem, ukrainischem oder armenischem Vorbild zulassen will.

Dennoch wagten sich wieder Zehntausende auf die Straße, unbewaffnet und Fahnen schwenkend. Ein Marsch für „Frieden und Unabhängigkeit“ und ein weiteres Zeichen, wie viel Zorn sich gegen die eigene Staatsgewalt angesammelt hat. Aber auch eine Demonstration gegen die postsowjetische Internationale der Autokraten, die für sich Unabwählbarkeit beanspruchen. Also auch gegen Putin.

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