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Macrons Wahlkampf ist inhaltslos und überheblich

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Von: Stefan Brändle

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Emmanuel Macron, hier vor dem Elysée-Palast, lädt nach Versailles.
Emmanuel Macron, hier vor dem Elysée-Palast, lädt nach Versailles. © AFP

Drei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich überfliegt Emmanuel Macron die Konkurrenz scheinbar mühelos. Sein größter Gegner ist seine Überheblichkeit.

Die französischen Präsidentschaftswahlen von Mitte April stehen unter unguten Vorzeichen. Der Krieg in der Ukraine lastet schwer. Auch die Pandemie will sich nicht recht verziehen. Präsident Macron tut zudem alles, um eine echte Debatte zu vermeiden: Er organisierte bisher nur eine Wahlveranstaltung und tritt nicht zum TV-Streitgespräch an.

Die Rechnung könnte aufgehen: Macron führt laut Umfragen klar vor den anderen Kandidatinnen und Kandidaten. Doch er muss aufpassen: Seine chronische Überheblichkeit verwandelt sich nun in Siegesgewissheit. Das mag die Wählerschaft gar nicht.

Selbst wenn Macron im Amt bestätigt würde – was anzunehmen ist –, dürfte sein Glück von kurzer Dauer sein. Der inhaltslose, fast unwirkliche Wahlkampf muss die politische Legitimität des wiedergewählten Präsidenten notgedrungen schmälern. Das nächste Präsidialmandat wird in Frankreich aller Voraussicht nach im Zeichen massiver Sozialproteste stehen. Die steigenden Benzinpreise lassen vermuten, welcher Film in Frankreich nach der Wahl anlaufen wird: Gelbwesten, die Zweite. Bericht S. 7

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