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Lulas Sieg und Niederlage

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Von: Klaus Ehringfeld

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Der vermutete Durchmarsch von Lula da Silva zurück ins brasilianische Präsidentenamt ist gestoppt.
Der vermutete Durchmarsch von Lula da Silva zurück ins brasilianische Präsidentenamt ist gestoppt. © Andre Penner/dpa

Herausforderer Lula kann Bolsonaro zwar in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl schlagen, doch dessen Parteigänger erobern bei den Parlamentswahlen wichtige Posten. Ein Kommentar.

Der vermutete Durchmarsch von Lula da Silva zurück ins brasilianische Präsidentenamt ist gestoppt. Und es ist nach der ersten Runde der Wahl unklar, ob er da noch ankommt.

Es gibt viele Erkenntnisse aus dieser historischen Abstimmung in Lateinamerikas größter Demokratie. Die wichtigste und bitterste: Der Rechtsruck vor vier Jahren, als der ultrarechte Systemsprenger Jair Bolsonaro ins Amt gehievt wurde, war kein Ausrutscher. Es war keine Ohrfeige für die Korruption der vorhergehenden Linksregierungen. Brasilien ist weit nach rechts gerutscht. Das zeigen die Erfolge der Bolsonaro-Kandidaten bei den parallelen Parlaments- und Gouverneurswahlen.

Lula kann nur noch gewinnen, wenn er die Stimmen der ausgeschiedenen Mitte-rechts-Kandidaten für sich gewinnt, wenn er diejenigen Wählerinnen und Wähler an die Urnen bringt, die sich der Wahlpflicht entzogen haben und wenn er ein besseres Programm anbietet als auf die Nostalgie seiner ersten zwei Amtszeiten zu setzen. Aber es wird schwer. Brasilien steht vor vier weiteren Jahren rechtsradikalem Demokratieverächter und Klimaleugner Bolsonaro.

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