Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das Ahrtal wurde von der Flutkatastrophe verwüstet.
+
Das Ahrtal wurde von der Flutkatastrophe verwüstet.

Klimabrief

Liebe Nachbar:innen, liebe Helfende,

Hier schreiben alle zwei Wochen Aktivistinnen und Aktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung.

ich bin ein Ahrtaler. Meine ganze Familie hat ihre Wurzeln in diesem vor kurzem noch so schönen Tal. Aber wie geht es für uns jetzt weiter? Nach der Flutkatastrophe stehen so viele von uns fassungslos da und blicken auf die Zerstörung und das Leid. Viele von uns haben Angehörige verloren, Freundinnen und Freunde, Bekannte. Trauer und Betroffenheit sind allgegenwärtig.

Die nächsten Tage, Wochen und Monate werden wir zusammen aufräumen, einander helfen und alles wieder aufbauen. Aus ganz Deutschland sind Freiwillige angereist, die versuchen, uns in dieser Lage beizustehen. Weniger betroffene Menschen aus der Region nehmen Menschen auf, organisieren Spenden, packen mit an. Überall herrscht Solidarität.

Auch die regionalen Gruppen von Fridays for Future rufen zum Helfen auf. Es ist nicht die Zeit, um mit dem Finger auf andere zu zeigen. Es ist die Zeit, als Gesellschaft zusammenzuhalten und uns zu schützen, vor dieser Katastrophe und künftigen. Und dort, wo wir nicht helfen können, streiken wir.

Politikerinnen und Politiker müssen in der Lage sein, den Helfenden das Feld vor Ort zu überlassen und ihren Aufgaben nachzugehen – die Bevölkerung und unsere Nachbarn mit allen Kräften zu unterstützen und gleichzeitig Konsequenzen zu ziehen, damit wir in Zukunft der Klimakrise in jeder Hinsicht besser begegnen können. Für ausreichende, frühzeitige und für alle sichtbare Warnungen zu sorgen, aber auch die Heftigkeit und Auftretenswahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen selbst zu mindern. Es ist wichtig, dass sie betroffenen Menschen zuhören und sie ernst nehmen, dass sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anhören – nicht erst nach der Katastrophe.

Die Solidarität und der Handlungsdruck darf nicht enden, wenn die sichtbaren Schäden gekittet und die finanziellen Hilfen versprochen sind – viele Menschen haben ihre Lebensgrundlage verloren und das darf nicht ungesehen und folgenlos bleiben. Deswegen versuchen wir zu helfen, deswegen streiken wir.

Ich gehe seit Jahren gegen die Klimakrise auf die Straße, aber auch für mich schien sie immer weit weg. Jetzt haben meine Familie und Freunde durch ihre Folgen alles verloren und mir ist klar, was die Klimakrise für uns wirklich bedeutet. Nachdem wir aufgeräumt haben, liebe Nachbar:innen, dürfen wir unsere Erfahrungen nicht verdrängen, sondern sollten sie allen erzählen, die zuhören. Denn wenn wir wollen, dass Leute in Zukunft nicht so leiden wie wir, müssen wir unsere Geschichten sichtbar machen.

Euer Simon Fuhrmann

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare