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Lasst sie reden

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Von: Andreas Niesmann

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Protestaktion gegen das Weltwirtschaftsforum.
Protestaktion gegen das Weltwirtschaftsforum. © FABRICE COFFRINI/AFP

Es ist zwar ein seltsames Treffen in dem Luxus-Skiort Davos, aber auch dort wird über wichtige Fragen diskutiert, an denen die Zukunft von Milliarden von Menschen hängt. Der Kommentar.

Ritualen wird ja nachgesagt, etwas Beruhigendes an sich zu haben. In Krisensituationen bieten sie Halt, Sicherheit und im besten Fall Orientierung. Für die Demonstrierenden, die jeden Januar in die Schweizer Alpen pilgern, um gegen das Weltwirtschaftsforum von Davos zu demonstrieren, gilt das offenbar nicht. Die Verachtung, die sie den Mächtigen und Reichen dieser Welt entgegenbrüllen, wird von Jahr zu Jahr größer.

Es ist auch nicht sonderlich schwer, tiefe Verachtung zu empfinden für dieses seltsame Treffen in dem Luxus-Skiort zwischen Privatjets und Protz. Die absurden Übernachtungspreise, die Verdrängung der Einwohner, die Schäden für Umwelt und Klima – an Davos lassen sich viele Fehlentwicklungen des Kapitalismus geradezu mustergültig studieren.

Trotzdem ist das Treffen enorm wichtig – gerade in einer Zeit multipler Krisen. Denn wie wenn nicht durch den Austausch der wirtschaftlichen und politischen Spitzenkräfte sollen sich jene lösen lassen? Fragen, an denen die Zukunft von Milliarden Menschen hängt, warten auf eine Antwort. Was wird aus der Globalisierung? Was aus dem Kapitalismus? Wie lässt sich Sicherheit in Europa gegen Russland organisieren? Über all diese Fragen und einige mehr muss geredet werden – nicht nur, aber auch in Davos.

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