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Leitartikel

Kritische Struktur – Warum Schulen trotz Corona offen bleiben müssen

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Schulen bilden die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Sie müssen deshalb offen bleiben – trotz Corona. Der Leitartikel.

Frankfurt – Kritische Infrastrukturen heißen kritische Infrastrukturen, weil sie gebraucht werden, wenn es kritisch wird. Sie sind unverzichtbar für „die Aufrechterhaltung wichtiger gesellschaftlicher Funktionen, der Gesundheit, der Sicherheit und des wirtschaftlichen oder sozialen Wohlergehens der Bevölkerung“ - so definiert es Wikipedia. Die kritischen Infrastrukturen müssen funktionieren. Sonst wird aus der Krise die Katastrophe.

Kritische Infrastrukturen: Dazu gehören die Energie- und die Wasserversorgung, der Verkehr, das Gesundheitssystem. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste. Schulen zählen nach üblicher Lesart nicht dazu. Das ist ein Irrtum, vielleicht auch ein Mangel an Bewusstsein.

Kritische Infrastrukturen: Dazu gehören die Energie- und die Wasserversorgung, der Verkehr, das Gesundheitssystem. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste. Schulen zählen nach üblicher Lesart nicht dazu. Das ist ein Irrtum.

Wegen Omikron: Kultusminister:innen beraten über Schulen per Videostream

„Wie bedeutsam Kritische Infrastrukturen sind, erkennt man erst, wenn es zu Störungen kommt. Denn sie bilden die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft.“ Schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf seiner Website. Jetzt ist das Bundesamt nicht für den Betrieb der Schulen verantwortlich. Das sind die Bundesländer, vertreten durch ihre Kultusminister und Kultusministerinnen. Sie haben sich heute per Videostream zusammengeschaltet, um zu besprechen, wie der Betrieb unter den verschärften Bedingungen einer hochansteckenden Corona-Variante names Omikron sichergestellt werden könne.

Einen einfachen Ausweg aus dieser Misere haben sie nicht gefunden. Natürlich nicht. Was sie vor allem tun können, ist konsequent den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und des Robert-Koch-Instituts zu folgen.

Kultusminister:innen: Offene Schulen „bilden die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft“

Dazu gehört, dass feste Lerngruppen gebildet werden, Masken auch im Unterricht zu tragen sind und natürlich, dass regelmäßig gelüftet wird. Testen bleibt wichtig, möglichst sichere Schulwege, sichere und dennoch praktikable Regelungen für den Sport- und Musikunterricht. All das ist mühsam, kostet Zeit, Nerven, Geld, braucht Personal. Bildet aber die Grundlage für das Präsenzlernen. Und ist deshalb unbedingt vonnöten.

Richtig und mindestens ebenso wichtig wie der bestmögliche Infektionsschutz ist das klare Bekenntnis der Minister und Ministerinnen zum Präsenz-unterricht. Offene Schulen „bilden die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft“. Wie bedeutsam sie sind, „erkennt man erst, wenn es zu Störungen kommt“, um das Bundesamt noch einmal in Anspruch zu nehmen. Und auch noch ein drittes Mal: Schulen bilden die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft.

Deutschland: Schulen brauchen einen Plan B für Distanz- und Wechselunterricht

Man kann es gar nicht oft genug sagen. Schulen müssen offen bleiben, flächendeckende Schließungen wären ein Verbrechen an der jungen Generation und gefährdeten unsere Gesellschaft als Ganzes, ihre demokratischen Grundlagen ebenso wie den gesellschaftlichen Wohlstand und Zusammenhalt.

Wo Schulschließungen in den nächsten Wochen oder Monaten aufgrund der Infektionslage unvermeidbar scheinen, müssen sie räumlich und zeitlich eng begrenzt bleiben. Dabei sind die Kultusminister und -ministerinnen gefordert, einen Plan B bereitzuhalten. Distanz- und Wechselunterricht müssen möglich sein, überall da, wo Schulen ganz oder teilweise geschlossen bleiben müssen.

Coronavirus: Mehr Impfschutz und angepasste Quarantäneregeln sind alternativlos

Das kann und darf kein alternatives Modell zum Unterricht in Klassenräumen sein. Distanzunterricht, das haben die flächendeckenden, teils monatelangen Schulschließungen – dieser großangelegte Feldversuch zum Schaden vieler Kinder und Jugendlicher – bewiesen, Distanzunterricht führt viel zu viele Schüler und Schülerinnen ins Abseits. Längst nicht alles, was den Schulbetrieb sichern kann, liegt in der Hand der Kultusministerien, auch nicht in der der Schulträger. Hier sind Entscheidungen auf Bundesebene nötig. Quarantäneregeln, die nicht dazu führen, dass Schulen zwar offen, aber leer sind. Und eine Impfkampagne, die möglichst viele jener Menschen vom Nutzen der Immunisierung überzeugt, die noch zweifeln, Ängste mit sich herumtragen, uninformiert sind.

Beides, mehr Impfschutz und angepasste Regeln zur Quarantäne, kann nur ein Appell sein. Ob er gehört wird, Wirkung zeigt, können die Länderchefs und -chefinnen und die Bundesregierung schon am morgigen Freitag beweisen. Dann kommen sie zusammen, um einen Weg durch die Omikron-Welle und dann aus der Pandemie hinaus zu finden.

Schulen bilden die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Man darf es ruhig auch viermal sagen. Denn es ist schon einmal in Vergessenheit geraten. Das darf nicht noch einmal passieren. (Peter Hanack)

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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