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Kritik muss lauter werden

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Von: Inge Günther

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Die internationalen Proteste müssen eindringlicher werden, damit die israelische Regierung umdenkt und die diskriminierende Politik in Ost-Jerusalem beendet

Seit Jahren schon gehört der Jerusalem-Tag zu den spannungsreichsten in der „heiligen Stadt“. Diesmal hat Israels Feier zu ihrer Wiedervereinigung nur krasser gezeigt, wie geteilt Jerusalem tatsächlich ist. Der im Sechstagekrieg eroberte arabische Ostteil ist bis heute dem Westteil nicht gleichgestellt. Die dort lebenden Palästinenserinnen und Palästinenser, fast vierzig Prozent der städtischen Bevölkerung, sind bloß geduldete Residenten mit eingeschränkten Bürgerrechten. Das israelische Gesetz macht sogar einen Unterschied zwischen jüdischen und arabischen Besitzansprüchen.

Beispiel dafür ist das Scheich-Dscharrah-Viertel, wo eine ultrarechte Siedlerlobby peu-a-peu palästinensische Alteingesessene vertreibt. Erst die aus der Wut darüber entfesselten Unruhen am Tempelberg haben die Welt aufgeschreckt. Die früher eher lauen internationalen Proteste gegen eine solche diskriminierende Politik sind lauter geworden. Gut so. Ob das Israels Regierung zu einem Umdenken bringt, steht auf einem anderen Blatt. Einstweilen bleibt ein vereintes Jerusalem eine Schimäre. Bericht S. 7

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