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Roger Lewentz: Konsequenter Rücktritt nach Ahrtal-Flut

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Von: Pitt von Bebenburg

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Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) konnte dem Druck nicht mehr standhalten.
Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) konnte dem Druck nicht mehr standhalten. © Frank Rumpenhorst/dpa

Der Rückzug von Innenminister Roger Lewentz nach der Flutkatastrophe ist folgerichtig - und zugleich ein politischer Paukenschlag für Rheinland-Pfalz. Der Kommentar.

Die Flut im Ahrtal löste eine der größten Katastrophen in der Geschichte der Republik aus. 134 Menschen kamen dort in einer einzigen Nacht ums Leben. Dass es nicht noch schlimmer kam, war Rettungskräften zu danken, die bis zur Erschöpfung taten, was möglich war.

Dagegen waren viele politisch Verantwortliche keine Hilfe. Im Kreis Ahrweiler war der Landrat stundenlang nicht erreichbar. Auch die Landesregierung gab kein gutes Bild ab. Sie zog sich darauf zurück, dass sie nicht zuständig gewesen sei, zumal sie kein vollständiges Bild des Geschehens gehabt habe. Letzteres war nach jüngsten Erkenntnissen nicht mehr zu halten. Der Rücktritt von Innenminister Roger Lewentz ist daher nur konsequent.

Schon im April war die Grünen-Politikerin Anne Spiegel zurückgetreten. Nun konnte auch ein führender Sozialdemokrat dem Druck nicht mehr standhalten. Der Rücktritt ist ein politischer Paukenschlag für Rheinland-Pfalz. Kaum jemand verkörperte die SPD-Herrschaft dort so wie Parteichef Lewentz. Ministerpräsidentin Malu Dreyer muss die Regierung neu aufstellen und auch ihre SPD. Das ist eine große politische Aufgabe – und doch ein Klacks gegenüber dem Leid, das die Überlebenden und Hinterbliebenen der Flutkatastrophe erdulden mussten.

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