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Konkurrenz für Macron

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Von: Stefan Brändle

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Erreichte 2017 die Stichwahl: Marine Le Pen rechnet sich auch diesmal gute Chancen auf den Sieg aus.
Erreichte 2017 die Stichwahl: Marine Le Pen rechnet sich auch diesmal gute Chancen auf den Sieg aus. © SEBASTIEN BOZON/afp

Die Anwärter:innen für die französischen Präsidentschaftswahlen stehen fest. Der Kommentar.

Mit der Nominierung von Valérie Pécresse durch die konservativen Republikaner, der Schwesterpartei der CDU, steht das Anwärterfeld der französischen Präsidentschaftswahlen vom April fest. Und – surprise: Die beiden Hauptfavoriten werden bereits stark bedrängt. Der Rechtspopulistin Marine Le Pen sitzt der „Trumpist“ Eric Zemmour im Nacken. Und dem in Umfragen bisher souverän führenden Präsidenten Emmanuel Macron wird plötzlich eine solide, telegene und gutbürgerliche Mitbewerberin gefährlich. Denn Pécresse mobilisiert die gleiche Wählerschaft der rechten Mitte.

In der zunehmend fahrigen, schnelllebigen Politik Frankreichs haben alle vier eine Chance, in die Stichwahl vorzustoßen. Das Duell Macron-Le Pen ist nicht mehr die einzige denkbare Konstellation. Und die Linke? Sie ist gerade mal weg. Von einem Olaf-Effekt keine Spur: Weder der Linksaußen Jean-Luc Mélenchon noch die Sozialistin Anne Hidalgo noch der Grüne Yannick Jadot kommen laut Umfragen dem zweiten Wahlgang auch nur nahe. Engagierte versuchen zwar mit einer „primaire populaire“ (Volks-Urwahl) im Januar eine linke Einheitskandidatur zu erzwingen. Dazu scheint aber in dem Spitzentrio niemand bereit.

Als sicher darf deshalb nur eines angenommen werden: Das Rennen um den Elysée-Palast wird auf der Rechten ausgemacht, und nur dort.

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