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Saskia Esken und Lars Klingbeil wurden als neues Duo an der Spitze der SPD nominiert.
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Saskia Esken und Lars Klingbeil wurden als neues Duo an der Spitze der SPD nominiert.

Saskia Esken und Lars Klingbeil

Lars Klingbeil und Saskia Esken führen die SPD – Ruhe im Karton allein reicht nicht

  • Thomas Kaspar
    VonThomas Kaspar
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Der designierte neue Co-Vorsitzende Lars Klingbeil ist mitverantwortlich für den Wahlsieg der SPD - doch wie gut ist Klingbeil als Vorsitzender für seine Partei?

„Sleeping Silence“, „schlafendende Stille“ ­ wäre die SPD vor diesem Bundestagswahlkampf eine Musikband und Olaf Scholz ihr Frontmann gewesen, es hätte wohl kein Name passender sein können. Der Mann, der die Sozialdemokraten aufgeweckt und hörbar gemacht hat, ist Generalsekretär Lars Klingbeil. Er spielte nicht nur 15 Jahre in einer realen Rockgruppe mit diesem Namen, er ist auch der Architekt eines nahezu fehlerfreien und im Ergebnis siegreichen SPD-Wahlkampfs, der Olaf Scholz wohl ins Kanzleramt bringen wird.

Wenn dieser Lars Klingbeil nun nach dem Parteivorsitz neben Saskia Esken greift, wird ihm das niemand verwehren wollen und können. Ob es gut für die SPD ist, darf dennoch bezweifelt werden. Macht kann der 43-jährige Soldatensohn und Schröder-Erbe aus Niedersachsen. Prozesse überblickt der fast zwei Meter große, stets freundliche Hüne spielerisch. Doch wofür steht er inhaltlich?

Nominierung von Lars Klingbeil für SPD-Vorsitz als Brückenschlag zur FDP

Die SPD hatte sich nach ihrem faktischen Totalzusammenbruch einen modernen, wenn auch mühsamen Prozess zur Nominierung eines Spitzen-Duos auferlegt. Organisiert von Klingbeil reisten Paare durchs Land, bis am Ende Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken übrig blieben. Es ist schon interessant, dass nun im Moment des Machtgewinns die Partei diese zeitgemäße Einbindung möglichst vieler ablöst durch die erneute ältliche Nominierung durch wenige. „Es habe keine Alternativen gegeben, da müsse auch nichts abgestimmt werden“, lässt sich Frau Esken verlauten. Geht es noch altbackener?

Apropos konservativ. Herr Klingbeil, Mitglied des industriefreundlichen Seeheimer Kreises, stimmt konsequent anders als Frau Esken. Ihm anders als Norbert Walter-Borjans deswegen Wirtschaftskompetenz zuzuschreiben, wäre mehr als übertrieben. Das einzige, was Lars Klingbeil bisher bewiesen hat, ist dass er die linken Positionen eines Kevin Kühnert mit dem Wirtschaftsflügel vereinen und alle hinter Olaf Scholz zu scharen. Als Brückenschlag kann man Klingbeils Nominierung also durchaus verstehen – zu den Positionen des möglichen Koalitionspartners FDP.

Potenzieller neuer SPD-Vorsitzender Lars Klingbeil: Die SPD hat keine Ausreden mehr

Ruhe im Karton kann Klingbeil also. Nur, was im Karton drin ist, bleibt fraglich. Mit dieser inhaltlichen Unauffälligkeit kann er wohl länger Parteivorsitzender bleiben als jene acht Menschen, denen er als Generalsekretär seit 2017 gedient hat. Doch die SPD hat nun keine Ausreden mehr. Sie steht nicht mehr im Schatten der Großen Koalition. Sie hat von der Wählerschaft noch einmal eine Chance zur Erneuerung bekommen. Endgültig tödlich wäre, wenn sie den Grünen und der FDP wieder alle Positionen überlässt, um an der Macht zu bleiben. Eine SPD ohne klares sozialpolitisches Profil braucht niemand. (Thomas Kaspar)

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