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Klimawandel: Mittelfristig sind wir dann doch eher tot

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Von: Joachim Wille

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Menschen nehmen am ersten Tag der UN-Klimakonferenz COP26 an einem Protest von Extinction Rebellion vor dem Parlament von Victoria in Melbourne teil.
Menschen nehmen am ersten Tag der UN-Klimakonferenz COP26 an einem Protest von Extinction Rebellion vor dem Parlament von Victoria in Melbourne teil. © Sydney Low/dpa

Was vom Klimagipfel COP 26 in Glasgow zu hören ist, gibt wenig Anlass zur Hoffnung. Vor allem die Zusagen für 2030 sind viel zu schwach. Ein Kommentar.

Langfristig ist die Welt gerettet, nur zwischendrin wird sie unbewohnbar. Nach dieser Leitlinie verfahren die meisten Staats- und Regierungschef:innen, die erst auf dem G20-Gipfel in Rom und nun bei der COP26 in Glasgow aufgetreten sind. Sie peilen für ihre Staaten Klimaneutralität „bis zur oder um die Mitte des Jahrhunderts“ an, wie die großen Mächte in Rom so dehnbar formulierten, dass auch China mit dem Zieljahr 2060 darin Platz findet. Halten sie das ein, ist zumindest das Zwei-Grad-Limit fast in Reichweite.

COP26 in Glasgow: Politisch Verantwortlichen scheint klar zu sein, dass etwas passieren muss

Problem: Die nationalen Klimaschutzziele, die Joe Biden, Xi Jinping, Angela Merkel & Co. gleichzeitig für 2030 ausgeben, passen zusammengenommen nicht dazu. Dieser Pfad führt eher Richtung drei Grad, und das ist indiskutabel. Man hatte bei den Auftritten in Glasgow zwar nicht mehr den Eindruck, es würden nur Sonntagsreden gehalten. Den meisten politisch Verantwortlichen scheint inzwischen klar zu sein, dass etwas passieren muss. Doch umgesetzt haben sie das noch nicht.

UN-Generalsekretär Guterres redete beim Auftakt in Glasgow den Politiker:innen hart ins Gewissen. „Wir graben uns unser eigenes Grab“, warnte er. „Es ist an der Zeit zu sagen: genug.“ Biden & Co. haben sich das wenigstens vor Ort angehört. Chinas Xi und Russlands Putin sind lieber zu Hause geblieben. (Joachim Wille)

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