Am Montag ist es wieder soweit: Bundeskanzlerin Angela Merkel berät sich mit Länderchefs und –chefinnen zu den Corona-Maßnahmen.
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Am Montag ist es wieder soweit: Bundeskanzlerin Angela Merkel berät sich mit Länderchefs und –chefinnen zu den Corona-Maßnahmen.

Kommentar

Kein Orakel

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
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Entgegen der hohen Erwartungen müssen die Ministerpräsidentinnen, Ministerpräsidenten und Merkel bei ihrem Treffen die Einschränkungen lediglich erträglich gestalten, zaubern müssen sie nicht. Ein Kommentar.

Wieder eine Videoschalte. Wieder bangen. Wieder hoffen. Obwohl die Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs und –chefinnen zur Routine im Corona-Krisenmanagement geworden ist, geht sie mit einer beinah kindlichen Erwartungshaltung einher. So als kämen da nicht Politikerinnen und Politiker zu Beratungen über Infektions- und Insolvenzkurven zusammen, sondern ein Orakel mit magischen Fähigkeiten.

Einerseits ist der hohe Anspruch an die Runde verständlich. So hat die Pandemie Unsicherheit und Ungewissheit in einem Ausmaß übers Land gebracht, das eine moderne, von ihrer Kontroll- und Gestaltungsmacht überzeugte Gesellschaft überfordert. Bei Betrachtung der Fakten ergibt sich allerdings kein Anlass für Spekulationen über den Ausgang Treffens. Die vor zwei Wochen verschärften Einschränkungen konnten den Anstieg der Infektionszahlen verlangsamen, aber nicht stoppen. Warum also sollte es jetzt an der Zeit für Lockerungen sein?

Bis zu einem wirksamen Impfstoff werden noch Monate vergehen. Es wird ein Winter der Einschränkungen. Die Politik muss diese Einschränkungen umsetzbar und erträglich gestalten – mit erweiterten Testkapazitäten, finanziellen Nothilfen, modernisierten Unterrichtskonzepten. Hier muss die Konferenz liefern. Zaubern muss sie nicht.

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