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Johnsons Theater

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Schwarzkopf

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Mit kleinen Schlauchboote versuchen Migrant:innen die Flucht über den Ärmelkanal.
Mit kleinen Schlauchboote versuchen Migrant:innen die Flucht über den Ärmelkanal. © Gareth Fuller/dpa

Die gegenseitigen britisch-französischen Schuldzuweisungen nach der Tragödie mit 27 toten Geflüchteten im Ärmelkanal lösen das Migrationsproblem nicht. Der Kommentar.

Nach der Trägodie mit 27 toten Geflüchteten im Ärmelkanal folgt das Schmierentheater des britischen Premiers Boris Johnson, wenn er das befreundete und verbündete Frankreich dazu auffordert, die Küste besser zu überwachen, und zudem von Paris verlangt, die 25 000 Menschen zurückzunehmen, die in diesem Jahr den Ärmelkanal nach Großbritannien überquert haben. Wieder einmal werden Flüchtende politisch instrumentalisiert.

Dabei sind gegenseitige Schuldzuweisungen überhaupt nicht zielführend. Gefragt ist stattdessen eine Zusammenarbeit zwischen allen Ländern entlang der Migrationsroute, um ihnen dort Bleibeperspektiven zu eröffen, damit sie sich nicht auf den Weg machen müssen.

Ebenfalls hilfreich wäre eine europäische Migrations- und Asylpolitik, die legale Wege für Einwanderung schafft. Doch dafür fehlt der politische Wille in London, Paris und anderen europäischen Hauptstädten. Bis dahin werden Menschen weiter große Risiken eingehen und sich weder von Zäunen noch von Meeren abhalten lassen, ihr Ziel zu erreichen.

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