Wenn die Engländer nicht hören wollen, werden sie fühlen müssen
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 Wenn es lang genug weh getan hat, kann Europa seine Tore wieder öffnen.

Brexit

Wenn die Briten nicht hören wollen, werden sie fühlen müssen

  • Peter Rutkowski
    vonPeter Rutkowski
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Wenn die Briten keinen geordneten Austritt aus der EU wollen, dann müssen sie die Konsequenzen tragen - schließlich hat sich Brüssel lange genug um einen Kompromiss bemüht. Der Kommentar.

Bei Corona spricht man heute von „Fatigue“ als Langzeitfolge. Früher, in der Grabenschlachterei 1914/18, war „Fatigue“ die traumatische Kriegsmüdigkeit der Franzosen. Die Briten nannten das „Shellshock“; heute wird „Post-traumatisches Stress-Syndrom“ diagnostiziert. Der Vergleich zur Brexit-Saga drängt sich auf: Seit dem marktschreierischen Referendum von 2016 steht die britische Nation zweifelsfrei unter Schockstarre. Und die EU wird es nun müde, noch länger Verhandlungsrunden bemühter Europäer mit kopflosen Engländern zu organisieren, die dann durch dümmliche Sprüche von Boris Johnson & Co. in 10 Downing Street nochmals als Farce offenbart werden.

Sollen wir aber nicht doch noch was geben auf die jetzt anlaufende, als „mutmaßlich letzte“ kolportierte Verhandlungsrunde für irgendeine Handelsbeziehung zwischen Insel und Kontinent? Nein, sollen wir nicht.

Vielleicht hat die EU mit den Autokraten in Moskau, Warschau, Budapest und sonst wo noch nicht genug geredet. Mit den Polit-Hasardeuren im Londoner Ramschladen des British Empire wird nun schon zu lang geredet. Wenn die Engländer nicht hören wollen, werden sie fühlen müssen. Und wenn es dann lang genug weh getan hat, kann Europa seine Tore wieder öffnen.

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