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Russland: Isoliert, aber uneinsichtig

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Von: Viktor Funk

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Russlands Außenminister Sergej Lawrow (hier bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates am 22. September 2022) sprach nach der Abstimmung von „terroristischer Diplomatie“ der USA.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow (hier bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates am 22. September 2022) sprach nach der Abstimmung von „terroristischer Diplomatie“ der USA. © Mary Altaffer/dpa

Die Welt gegen Russland – so lässt sich das Ergebnis des Votums gegen russische Scheinreferenden zusammenfassen. Doch Putin bleibt uneinsichtig. Der Kommentar.

Eine lautere Ohrfeige hat es in der Geschichte der Abstimmungen in der UN-Vollversammlung nicht gegeben. Die Welt gegen Russland – so lässt sich das Ergebnis des Votums gegen russische Scheinreferenden zusammenfassen, ohne dass es übertrieben wäre. Der Überfall, der Krieg, die Annexion ukrainischer Gebiete - all das wird von der Weltgemeinschaft verurteilt. Es ist eine wichtige Botschaft an Russlands Präsidenten Putin und auch ein Signal an andere Staatschefs- und -chefinnen, dass Eroberungsfeldzüge nicht akzeptiert werden.

Staaten von der Größe Russlands, zumal mit Atomwaffen im Arsenal, lassen sich von diesem Votum freilich nicht beeindrucken. Dass China, Indien und Pakistan sich bei der Abstimmung enthielten, hat wohl mehr mit ihren eigenen ungeklärten Gebietsstreitigkeiten zu tun als mit ihrem Verhältnis zur Ukraine oder zu Russland. Ihre Enthaltung ist ein Hinweis auf andere schwelende Konfliktherde.

Doch auch ohne diese gewichtigen Stimmen hat Moskau das Signal vernommen. Außenminister Sergej Lawrow polterte, sprach nach der Abstimmung von „terroristischer Diplomatie“ der USA. Das ist ein Zeichen dafür, dass Putin sich noch weiter in die Enge getrieben fühlt. Die Lage wird dadurch nicht ungefährlicher. Im Gegenteil.

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