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Islamkonferenz: Jahrmarkt der Eitelkeiten

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Von: Martin Benninghoff

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Innenministerin Nancy Faeser auf der Islamkonferenz.
Innenministerin Nancy Faeser auf der Deutschen Islamkonferenz. © Wolfgang Kumm/dpa

Die Islamkonferenz sollte den richtigen Schwerpunkt legen: Wie kann es gelingen, dass die vielen islamischen Strömungen institutionell in Deutschland wurzeln? Dabei geht es ums Geld. Der Kommentar.

Die Deutsche Islamkonferenz, einst von Wolfgang Schäuble angeschoben, ist von Anbeginn ein Jahrmarkt der Eitelkeiten gewesen. Konservative gegen säkular-liberale Muslim:innen, Verbände gegen Personen. Es geht um Deutungshoheit und die Frage, ob über Religion oder Sicherheitspolitik debattiert wird. In dieser Woche bemängeln Wissenschaftler:innen wie Susanne Schröter und Unionspolitiker in der FAZ, dass zu wenig über Islamismus, dafür aber zu viel über Islamfeindlichkeit gesprochen werde. Und täglich grüßt das Murmeltier in der Islamdebatte …

Dabei sind die Zeiten plakativer Schaufensterdebattierclubs vorbei, was nicht heißt, dass die Konferenz überflüssig ist. Aber sie sollte den richtigen Schwerpunkt legen: Wie kann es endlich gelingen, dass die vielen islamischen Strömungen institutionell in Deutschland wurzeln? Es geht dabei vor allem ums Geld: Viele Moscheegemeinden finanzieren sich nach wie vor aus dem Ausland und beschäftigen Imame aus der Türkei oder Marokko, weil sie – anders als die Kirchen – kaum inländische Geldquellen haben. So aber finden hierzulande ausgebildete Imaminnen und Imame keinen Zugang in die Gemeindearbeit vor Ort.

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