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Nicht mehr vor anhaltender Gewalt im Iran kuschen

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Von: Sereina Donatsch

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Der Demonstrant Mohsen Shekari wurde im Iran hingerichtet. In Deutschland wird Protest dagegen laut.
Der Demonstrant Mohsen Shekari wurde im Iran hingerichtet. In Deutschland wird Protest dagegen laut. © IMAGO/Ying Tang

An der Seite des iranischen Volkes zu stehen sind schöne Worthülsen, sie übertünchen aber die Realität eines Systems, das sein Volk zerrüttet. Ein Kommentar.

Die Euphorie war für manche von kurzer Dauer. Wenige Tage nach der Verkündigung der Auflösung der Sittenpolizei im Iran wurde am Mittwoch der Demonstrant Mohsen Shekari hingerichtet. Das bestätigt die Befürchtung vieler: Die in der vergangenen Woche angekündigte vermeintliche Lockerung war ein Ablenkungsmanöver des Regimes. Es geht so weiter, wie bisher und die internationale Gemeinschaft darf sich nicht täuschen, aber auch nicht abschrecken lassen.

Die Protestbewegung hält an und findet zum ersten Mal schichtenübergreifend statt. Die Islamische Republik steht vor ihrer größten Herausforderung seit 1979. Eine „Chance“, die es zu nutzen gilt. Die westlichen Staaten müssen ihre Iranstrategie überdenken und ihre Wirtschaftsbeziehungen zu großen Teilen aufkündigen. Ein paar Sanktionen reichen nicht aus.

Alle Augen sind auf Iran gerichtet

Zurzeit sind alle Augen auf das Land und die Proteste gerichtet, aber Teheran tötet schon seit Jahren Regimekritiker:innen. Es handelt sich um die erste Hinrichtung im Zusammenhang mit den aktuellen Protesten, heißt es. Aber es ist die x-te Todesstrafe der letzten Jahre. Laut Amnesty International werden im Iran fast jeden Tag Menschen hingerichtet. Stand Juli dieses Jahres: 251 Exekutionen. An der Seite des iranischen Volkes zu stehen sind schöne Worthülsen, sie übertünchen aber die Realität eines Systems, das sein Volk zerrüttet. (Sereina Donatsch)

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