Wie wunderbar wäre es doch, wenn das US-Militär auf patriotische Shows mit über die Arenen fliegenden Kampfjets verzichten würde.
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Wie wunderbar wäre es doch, wenn das US-Militär auf patriotische Shows mit über die Arenen fliegenden Kampfjets verzichten würde.

Vorbild Kaepernick

US-Sportler*innen zeigen Haltung gegen Rassismus – es wurde höchste Zeit

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Der Boykott von Athletinnen und Athleten als Zeichen gegen den Rassismus in den USA könnte der Anfang von etwas Neuem sein. Der Kommentar.

Es ist ein von Sportverbänden gern postuliertes Märchen: „Don’t mix sports with politics“ – die strikte Trennung von professioneller Körperertüchtigung und dem Herausposaunen politischer Botschaften. Eingehalten werden soll es freilich nur dann, wenn es den eigenen Zielen dient, denen der Mächtigen.

Wie wunderbar wäre es doch, wenn russische Doper ohne ein Zurückschrecken vor politischem Druck konsequenter bestraft würden, wenn sich kein Staatspräsident mehr im Flutlicht von WM-Finals oder Olympischen Zeremonien sonnen dürfte, wenn das US-Militär auf patriotische Shows mit über die Arenen fliegenden Kampfjets verzichten würde. Es ist genau dann gewollt, Sport und Politik zu vermengen, wenn es Image und Einnahmen steigert.

Insofern sind die Proteste gegen Rassismus von Athletinnen und Athleten in den USA ein bedeutendes Signal. Hier geht es nicht um Kommerz, um Macht, es geht um Menschlichkeit. Statt Individuen stellen sich (fast) alle zusammen dem Rassismus entgegen. Schwarze und Weiße, Basketballer und Fußballer, Männer und Frauen – historisch. Natürlich werden sie keine neuen Gesetze erzwingen können, sehr wohl aber schaffen sie Werte, beeinflussen andere Menschen. Sportler als Influencer mit Inhalten. Es war höchste Zeit.

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