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Im Schatten Macrons

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Von: Sabine Hamacher

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. © Lionel BONAVENTURE/AFP

Die neue französische Premierministerin Elisabeth Borne ist im Regierungsgeschäft erfahren, ist aber weder durch Charisma noch frische ökologische Ideen aufgefallen. Dem Präsidenten kann das recht sein, denn die große Bühne soll ihm gehören.

An einer Frau ging kein Weg vorbei. Kaum zu fassen, dass Elisabeth Borne erst die zweite Premierministerin Frankreichs ist – nach knapp einjähriger Amtszeit von Edith Cresson vor gut 30 Jahren. Der Name der 61-Jährigen kursierte schon lange. Aus Sicht von Staatschef Emmanuel Macron dürfte die bisherige Arbeits- und frühere Verkehrsministerin genau in den Job der Regierungschefin passen.

Die studierte Ingenieurin, die die Privatisierung der Eisenbahn SNCF gemanagt hat, lässt sich als gemäßigt links beschreiben. Sie ist im Regierungsgeschäft erfahren und wird für ihren Fleiß bewundert, ist aber weder durch Charisma noch frische ökologische Ideen aufgefallen.

Große Bühne soll Macron gehören

Dem Präsidenten kann das recht sein, denn die große Bühne soll ihm gehören. Auf Borne wartet die harte Arbeit im Hintergrund. Zudem will Macron mit ihr bei der Parlamentswahl im Juni den vereinten Linken und Grünen unter Führung des Populisten Jean-Luc Mélenchon das Wasser abgraben.

Aber ob das Kalkül aufgeht? Die Reaktionen auf Bornes Ernennung fielen von ganz rechts und ganz links gleichermaßen vernichtend aus. Schwer vorstellbar ist es aber auch, dass die „Première“ die weniger Radikalen der links-grün orientierten Wählerschaft überzeugen kann. Dazu müsste sie zumindest aus Macrons Schatten treten. Bericht S. 8

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