1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare

Hunger ist kein Fatum

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Tobias Schwab

Kommentare

Ein Mitarbeiter des Welternährungsprogramms (WFP) misst in Ambovombe, einem Bezirk in Madagaskar mit einer sehr hohen Zahl unterernährter Kinder den Armdurchmesser eines vierjährigen Kindes.
Ein Mitarbeiter des Welternährungsprogramms (WFP) misst in Ambovombe, einem Bezirk in Madagaskar mit einer sehr hohen Zahl unterernährter Kinder den Armdurchmesser eines vierjährigen Kindes. © Tsiory Andriantsoarana/dpa

Die internationale Staatengemeinschaft kann mit ambitioniertem politischen Handeln noch bis 2030 den Hunger auf der Welt beseitigen und damit das selbst gesteckte Ziel erreichen. Ein Kommentar.

Jeder zehnte Mensch auf Erden wird nicht satt! Das ist in einer Welt voller Überfluss ein Skandal. Vom Ziel der globalen Staatengemeinschaft, alles zu tun, um den Hunger bis 2030 zu besiegen, entfernt sich die Menschheit immer mehr. Es mangelt schlicht an ambitioniertem politischen Handeln, um das vollmundige Versprechen einzulösen.

Denn Hunger ist kein Fatum, er ist von Menschen gemacht, hat meist strukturelle Ursachen - und die gilt es in den Jahren, die noch bleiben bis 2030, mit aller Macht und Kraft zu bearbeiten.

Zu den Haupttreibern der Ernährungskrise zählen Kriege und Konflikte. Deshalb braucht es mehr glaubwürdige Diplomatie, vermittelnde Interventionen und Prävention, müssen öffentliche Institutionen und die UN gestärkt statt geschwächt werden.

Mehr Verantwortung müssten die Reichen auch klimapolitisch zeigen. Die Industrienationen vor allem haben den Planeten mit ihren CO2-Emissionen aufgeheizt. Viel mehr Geld braucht es deshalb, um die Ärmsten bei der Anpassung an die Folgen zu unterstützen, resilientere Ernährungssysteme zu schaffen, Erträge zu steigern. Dass Kleinbauern in der Lage sind, sich und ihre Region zu versorgen, wenn sie in Frieden agrarökologisch ackern können, ist längst bewiesen.

Auch interessant

Kommentare