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Den Hunger besiegen

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Von: Tobias Schwab

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Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe, hat schlechte Nacrichten:  Klimakrise, Corona und Konflikte führen zu schweren Rückschlägen bei der Hungerbekämpfung.
Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe, hat schlechte Nachrichten: Klimakrise, Corona und Konflikte führen zu schweren Rückschlägen bei der Hungerbekämpfung. © Jörg Carstensen/dpa

Die G7-Staaten sollten sich an privaten Spendenden ein Beispiel nehmen und mehr Geld als die angekündigten einmaligen 4,5 Milliarden Dollar gegen die Ernährungskrise investieren. Der Kommentar.

Klimawandel, Krieg und Corona verschärfen die weltweite Ernährungslage. Auch die Welthungerhilfe warnt vor dramatischen Hungerkrisen und berichtet von verzweifelten Rufen um Unterstützung. Der Jahresbericht der Organisation weist gleichzeitig für 2021 das höchste Spendenergebnis (plus elf Prozent) ihrer Geschichte aus. Es gibt offenbar auch in der Krise, die auch hierzulande viele trifft, eine wachsende Solidarität mit den Ärmsten.

Für die Politik sollte es ein Fingerzeig sein, den Kampf gegen den Hunger, den die UN bis 2030 beseitigen wollen, mit aller Konsequenz aufzunehmen. Der jetzt vom Bundeskabinett beschlossene Haushaltsentwurf zeigt dies nicht. Der Etat des Entwicklungsministeriums soll um zehn Prozent schrumpfen, die „Sonderinitiative eine Welt ohne Hunger“ dabei gut ein Drittel weniger Geld erhalten.

Dass die G7 unter deutscher Präsidentschaft einmalig 4,5 Milliarden Dollar zur Ernährungssicherung bereitstellen wollen, kann keine Ausflucht sein. Denn eigentlich würden bis 2030 global jährlich zusätzlich 14 Milliarden von den G7-Staaten gebraucht, um den Hunger zu besiegen, wie Fachleute vorrechnen.

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