Wer glaubt, dass auch nur eine Mehrheit von Deutschlands Schulen inzwischen in der Lage sei, auf Distanz qualitativ hochwertigen Unterricht sicherzustellen, lügt sich in die Tasche.
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Wer glaubt, dass auch nur eine Mehrheit von Deutschlands Schulen inzwischen in der Lage sei, auf Distanz qualitativ hochwertigen Unterricht sicherzustellen, lügt sich in die Tasche.

Kommentar

Halbierter Unterricht

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Wenn nun auch Gruppen von Lehrkräften und Eltern, Schülerinnen und Schüler den Bildungs-Shutdown light fordern, sollten sie gewahr sein, welchen Preis dafür Kinder und Jugendliche zahlen. Ein Kommentar.

Jetzt werden wieder Schulen geschlossen, in immer mehr Bezirken. Zwar nur halb, Wechselmodell heißt das Konstrukt und es bedeutet, dass die Hälfte der Unterrichtsstunden weiterhin im Klassenraum stattfinden soll. Aber eben nur die Hälfte. Der Rest wird dann im Homeschooling erledigt.

Als ob das schon einmal funktioniert hätte. Wer glaubt, dass auch nur eine Mehrheit von Deutschlands Schulen inzwischen in der Lage sei, auf Distanz qualitativ hochwertigen Unterricht sicherzustellen, lügt sich in die Tasche. Und übersieht dabei (bewusst), dass weder das Know-how noch die technische Ausstattung dafür vorhanden sind. Immer noch nicht. Der erste Lockdown lässt grüßen.

Schulen sind keine Infektionsherde, Kinder und Jugendliche keine Virenschleudern, wie uns Experten sagen. Schulen jetzt (halb) zu schließen – und später ganz, wenn die Zahl der an Covid-19-Erkrankten hoch bleibt? – ist keine infektiologische Notwendigkeit. Es ist Aktionismus.

Wenn nun allerorten auch Gruppen von Lehrkräften und Eltern, Schülerinnen und Schüler den Bildungs-Shutdown light einfordern, sollten sie gewahr sein, welchen Preis dafür Kinder und Jugendliche zahlen. Abgehängt sind schon jetzt zu viele.

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