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Klimaschutz: Macron tarnt seine Untätigkeit grün

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Von: Stefan Brändle

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Das Atomkraftwerk Fessenheim ist eines der 58 Atomreaktoren in Frankreich, die für eine vergleichsweise niedrige CO2-Bilanz des Landes sorgen.
Das Atomkraftwerk Fessenheim ist eines der 58 Atomreaktoren in Frankreich, die für eine vergleichsweise niedrige CO2-Bilanz des Landes sorgen. © Patrick Seeger/dpa

Frankreich schafft mit Hilfe von 58 Atomreaktoren eine vergleichsweise niedrige CO2-Bilanz – mit den bekannten Risiken und Folgen der Nukleartechnik. Der Kommentar.

Kleinspurig ist nicht französisch, könnte man in Anlehnung an ein Bonmot Napoleons sagen. Das „Klima- und Resilienz-Gesetz“, wie es sein politisch ebenso widerstandsfähiger Urheber Emmanuel Macron nennt, wird als großer Wurf präsentiert. Doch die handfesten Maßnahmen sind fast durchweg entschärft oder eliminiert worden.

Vorgeschlagen hatten sie 150 per Los bestimmte Bürgerinnen und Bürger, die an der Mission wuchsen und zum Schluss mutige Schritte vorschlugen, die für den Realpolitiker Macron nicht akzeptierbar waren. Statt die Ideen zu übernehmen, wie er versprochen hatte, zerzauste er sie eine nach der anderen.

Trotzdem gibt er sich ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich grüner als grün. Stolz verweist er auf die französische CO2-Bilanz. Deren vergleichsweise tiefen Werte rühren größtenteils von den 58 Atomreaktoren des Landes her. Die sind in Frankreich wegen der ungelösten Endlagerung auch nicht mehr sehr populär. Aber sie helfen den Regierenden in Paris, ihre Untätigkeit in Sachen Klima grün zu tarnen.

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